Wemding/Donauwörth, 17.10.2002
„Strizschne
Kakovie“ - („Was für ein Treffen“)
Sie meinten wohl:
Какая Встреча
(Anmerkung K.Stadtherr)
Als wir, das sind meine Frau Daniela und meine Wenigkeit, Karl-Heinz Pfefferer, am Freitag, den 20.09.2002 Tobias und Karin in Rudenshofen auf Ihrem Kabardiner-Hof besuchten, um mal endlich wieder vorbeizuschauen und die neuen Fohlen zu begrüßen, ahnten wir noch nicht, dass wir uns sowieso schon bald wieder treffen sollten.
Hier erfuhren wir nämlich zum ersten mal von dem geplanten Kabardinertreffen am 12. Oktober, zu dem ein Herr Erxleben auf seinen Hof im Südosten von Berlin eingeladen hatte.
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| Fotos die einem die Einladung mehr als Schmackhaft machten. | |
Da dies mein Geburtstag war, ich aber diesmal nichts besonderes vor hatte, planten wir für dieses Wochenende, mit Tobias und Karin gemeinsam nach Berlin zu fahren.
Auf der Webseite der beiden (www.kabardiner.de) war auch bald mehr zu erfahren, so zum Beispiel, dass es am Samstag einen Kaukasischen Abend geben sollte, bei dem passende Musik gespielt und typisches Essen aufgetischt werden sollte, wofür ein Unkostenbeitrag von 10,- € zu entrichten war.
Der Hof von Herrn Erxleben schien auf Besuch eingerichtet zu sein, denn es gab vier Ferienwohnungen und die Möglichkeit für Camping.
Während sich das Team Knoll/Stadtherr auf ein letztes Zeltabenteuer in diesem Jahr einrichtete, wollten wir beiden „Weicheier“ lieber die Behaglichkeit eines massiven und beheizten Zimmers in Anspruch nehmen (was sich dann als gar nicht so „weicheierig“ herausgestellt hat, aber dazu später).
Die gemeinsame Anreise verlief gut und entspannt, da man sich gut beim Fahren abwechseln konnte. Andere Besucher des Treffens hatten es nicht so leicht, wie wir noch erfahren sollten.
Tobias musste während der Fahrt etliche Anreise-technischen Tipps und Koordinationen per Handy durchführen, damit vor allem die aus dem Ausland kommenden Gäste ebenfalls ans Ziel gelangen konnten, aber alles lies sich irgendwie regeln.
Gegen 23:00 fanden und erreichten auch wir den Hof von Herrn Erxleben in Kleineichholz nahe Königswusterhausen. Wir wurden sofort vom Gastgeber begrüßt und Daniela und ich bekamen dann mit anderen FeWo-Nutzern unser Quartier zugewiesen, eine mit allem Komfort (Kochfeld, Spüle, Kühlschrank, Bad mit Dusche u. WC, Zentralheizung) ausgestattete Ferienwohnung mit skandinavischen Türen und Fenstern, deren Bedienung erst erlernt sein wollte! Aber hatte man den Bogen erst mal raus, ging alles wunderbar auf und wieder zu. Auch das Bett musste erst einmal untersucht werden, da es zuerst nur ein Einzelbett war, aber nach kurzem Test fand sich eine herausziehbare Schublade, die ein zweites, etwas tiefer liegendes Bett bot. So waren wir denn froh, irgendwann in eine gesicherte Schlafstatt fallen zu können, denn die Müdigkeit der langen Anfahrt machte sich schon ein wenig bemerkbar.
Leider stellten wir alsbald fest, dass die Heizung nicht funktionierte bzw. offensichtlich nicht in Betrieb war, wodurch zwischen Außen- und Innentemperatur nicht viel Unterschied zu bemerken war – und es war wirklich kalt in Kleineichholz (geradezu winterlich, das sollte sich noch deutlich zeigen!) Im Bad konnte der Heizkörper allerdings auch elektrisch erwärmt werden und lies sich auch dieses Problem nach und nach mildern.
Wieder zurück in der wohnlich eingerichteten Reiterstube nahmen wir teil an den unter den bereits anwesenden Gästen angeregt laufenden Diskussionen und Berichten um die Kabardiner. Hier waren vor allem die Auskünfte von Ibraghim Yagan gefragt, der nicht nur über seine Kabardinerzucht in seiner kaukasischen Heimat berichtete, sondern auch über den Distanzritt und die Weltreiterspiele in Jerez in Spanien, an denen er Mitte September teilgenommen hatten. Er war aus Frankreich angereist, wo er vor und nach den Weltreiterspielen Zwischenstation gemacht hat und sogar plant, mit Unterstützung von französischen Geschäftsleuten ein Distanzreiterzentrum aufzubauen.
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gemütlich am Bullerjahn ... |
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Bei den Übersetzungen ins Englische half ein Freund von Ibraghim aus Köln, ursprünglich ebenfalls aus dem Kaukasus kommend. Ebenfalls schon anwesend waren Frau Nur aus der Frankreich, Pavel aus Polen, der bereits bei Ibraghim zu Besuch gewesen war und Eva aus der Slowakei, sowie ein Ehepaar aus Mecklenburg, die mit dem Wohnwagen und ihren drei Kindern angereist waren, ein Paar aus dem Ruhrgebiet und Evi aus der Gegend um Schrobenhausen.
Im Schein einer Petroleumlampe wurde stilgerecht über einer Karte viel über Gestüte, Zuchtgebiete und natürlich die Kabardiner/Karachaier-Frage diskutiert. Hier stellte Ibraghim noch einmal deutlich klar, dass aus seiner Sicht Karachaier keine eigene Rasse darstellen, wie es immer wieder propagiert wird, sondern nur speziell an einem Ort gezüchtete Kabardiner sind (siehe dazu auch was_sind_kabardiner).
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Stilechte und stimmungsvolle Runde |
Zur Überraschung aller, vor allem aber Tobias’s Überraschung wurde ihm von Ibrahim dann plötzlich eine typische tscherkessische Tracht überreicht, die Tobias auf Zuruf aller Anwesenden dann natürlich sofort anprobieren musste, wobei ihm Ibraghim und Nur Dolay hilfreich zur Seite standen. Alles passte wunderbar und bald stand ein sehr gerührter und sehr tscherkessischer Tobias Knoll im Reiterstüberl.... (siehe Bilder) - Sogar ein Dolch war mit dabei!
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| Überraschung ! | |
Einige Zeit lauschten wir noch den Gesprächen rund um die kaukasischen Pferde, dann wurden uns jedoch die Äuglein schwer und wir zogen uns in unser jetzt schon etwas wärmeres (- nicht zu verwechseln mit „warmes“!) Zimmer zurück. Eine oben, einer etwas weiter unten im Bettkasten, schliefen dann trotzdem sehr schnell ein.
Anmerkung Tobias:
Der Abend währte nach dem entfleuchen der Beiden noch einige Zeit, bevor dann
den anderen auch noch die Augen zufielen und sich doch langsam alle
verabschiedeten. Ich fand diese Stimmung unheimlich toll und die Verständigung
über die vielen Sprachen hinweg ganz einzigartig - diese späten Stunden werde
ich so schnell nicht vergessen.
Wir wollten dann noch unser Zelt aufbauen, mussten jedoch leider feststellen,
dass
unsere Zeltstangen fehlten, so dass wir wieder in den Aufenthaltsraum
zurückkehrten und dort unser Quartier bereiteten - so um kurz vor 4:00 Uhr um
morgens dann wieder um 7:00 Uhr frisch aufzustehen.