Während ich mich auf der Zuchtschau vergnügte, war der Stand gewachsen
und alle arbeiteten fieberhaft die Interessierten mit Informationen zu
beliefern, was gut klappte. Zusätzliche Infoposter wurden angebracht, wie z.B.
ein wunderschönes Plakat "Kabardiner aus dem Allgäu" (Foto in Kürze) von Cora Wagner, oder
auch einfache Infos, wie der Zeitpunkt des Showauftritts, nach dem ständig
gefragt wurde.
Schon jetzt - obwohl der Besucheransturm noch kommen sollte - war das
Interesse groß, leider hatte ich nicht viel Zeit am Stand, um Besucher
persönlich zu begrüßen, denn schon ging es an die Organisation des Auftritts.
Die Pferde und Reiter trafen langsam ein, alle mussten einen Platz finden,
mussten irgendwie zusammengebracht werden und letzte Absprachen für den
Auftritt waren nötig, trotzdem fand sich immer wieder Zeit mit dem einen oder
anderen Interessenten wenigstens ein paar Worte zu wechseln. Irgendwie schien
auch einfach alles zu klappen und so blieb es dann auch.
Die Pferde und Reiter fanden sich langsam in der Nähe des Standes ein und
wurden dann natürlich das Hauptobjekt des Interesses und der Betrachtungen. Da
die Pferde nacheinander eintrafen und auch mal wieder wechselten, gab es immer
wieder was neues zu sehen, was den "Fans" und Besuchern des Standes sichtlich
gefiel.
Der Stand war hatte sich mittlerweile zu einer der Hauptattraktionen
der Veranstaltung entwickelt, nur am Bierzelt waren noch mehr Menschen, aber
an keinem Stand hatte sich so eine "Menschentraube" gebildet, sei es um Dr.
Willenbrinks Ausführungen zu lauschen, Verkaufpferdefotos anzusehen, sich über
Kabardiner zu informieren, einfach zu ratschen, oder eben um die Gelegenheit
zu nutzen und Kabardiner "live" zu sehen.
Gegen 13:30 Uhr traf dann auch die nächste Attraktion - zuerst noch ganz
unbemerkt - ein; die Mitglieder des tscherkessischen Vereins und deren
Tanzgruppe um Admiral Dasdemir. Jetzt musste also organisiert werden, dass die
Musik zum Auftritt läuft und außerdem brauchten die Jugendlichen einen
Umkleideraum.
Auch das klappte alles und auch Temsa war - dank Karin schon
bald hergerichtet. So nahte langsam der Zeitpunkt des großen Auftritts.
Schnell wurde noch mal mit allen Reitern das wichtigste abgesprochen, die
wunderschön hergerichteten Kinder mit den Pferden bekannt gemacht und der Text
für den Auftritt an den Sprecher gegeben. Ja, dann waren auch schon die
Lipizzaner dran (die letzten vor uns) und die Spannung stieg geradezu ins
unermessliche. Achja, Karl-Heinz Pfefferer und Stefan Rilling kümmerten sich
noch um die Kamera - vielen Dank! - und schon gings los.
Die ersten Takte der wunderschönen tscherkessischen Musik erklingen und die Tänzer betreten die Arena. Das zahlreiche Publikum wendet sich interessiert dem zu, was sich da plötzlich so "anderes" tut. Genau das wollten wir ja erreichen, wir hatten alle Aufmerksamkeit!
Ein, Zwei Minuten hatten die
Tänzer die Arena und Aufmerksamkeit für sich und bevor das Interesse abflauen
konnte kamen SIE.
Die Kabardiner reiten ein! Zum ersten mal seit über 15 Jahren haben diese
großartigen Pferde endlich mal wieder einen ordentlichen Auftritt, auf dem sie
auch in größerer Zahl vertreten sind. Zuerst kommen die Burkareiter geführt
von Willus im gestreckten Galopp in die Arena, während zentral weiter die
tscherkessischen Tänzer durch ihren Tanz begeisterten und die richtige
Stimmung verbreiten.
Direkt hinter den wehenden Burkas reitet dann Walter Huber auf seinem Hengst Elbrus stürmisch ein, hinter sich eine lange Plane herziehend, was keines der Pferde irgendwie zu stören scheint.
Um nun zu
zeigen, dass Kabardiner nicht nur wild galoppieren, sondern auch weitere
Qualitäten zeigen können, ritten dann zwei Westernreiter und eine
Dressurreiterin auf ihren Pferden ein, die ihre Kabardiner hochwertig
präsentierten. Die Pferde ließen sich auch nicht von den tollen Tänzern
irritieren, deren wehende Gewänder und schnelle, stürmische Tanzbewegungen
sicherlich nicht jedes Pferdes Sache gewesen wären. So durften die Pferde und
Tänzer einige Minuten wirken, während unser Zuchtleiter Wolfgang Kühn über die
Pferde, die Rasse und die Besonderheiten berichtete. Auch Herrn Willenbrink
begrüßte er noch mal, der es sich nicht nehmen lies, immer wieder mal mit
seinem Pferde wilde Galopps und Einlagen zu präsentieren. Aber auch die
anderen Reiter begeisterten das Publikum und
als schließlich der Tanz zu Ende ging und der Auftritt sich dem Ende zuneigte,
hatten sich alle den Applaus redlich verdient und vor allem hatten sich die
Kabardiner mühelos einen Platz im Gedächtnis aller Anwesenden erritten.
Im Anschluss an den Auftritt mussten dann die Reiter den Interessierten noch
Rede und Antwort stehen, sowie sich eingehend fotografieren lassen, bevor sie
ihre Pferde schließlich doch wieder absatteln und für die Heimfahrt bereiten
durften. Alle fanden sich aber zumindest noch mal kurz am Haupttreffpunkt, dem
Stand, ein um ein paar Worte der Begeisterung und des Abschieds zu wechseln.
Auch am Stand mussten jetzt noch mal alle Kräfte aufgefahren werden, um das
Interesse der Besucher zu befriedigen, doch so
langsam neigte sich der Tag zu Ende und eigentlich waren alle schon ziemlich
k.o. . Um 17:00 Uhr brachen wir dann auch langsam zusammen, verpackten das
Material und den Stand, Temsa und Elessar wurden verladen und alles machte
sich auf den Heimweg. Ich muß gestehen, ich war auf der Heimfahrt teils so
müde, dass ich - Entschuldigung an die Mitfahrer - einnickte ... .
Alle kamen heil nach Hause und dort wurde dann noch gemeinsam der Stall gerichtet, bevor sich die letzten verbliebenen (immer noch ungefähr 20 Leute) noch mal ans Grillen machen und ratschten, ratschten und ratschten, bis es plötzlich doch wieder Mitternacht war. Wir verabschiedeten uns von allen noch und verzogen uns dann zügig ins Bett - verdienter Weise.
Resumée
Am wichtigsten war das Wetter, das glücklicherweise das ganze Wochenende
mitgespielt hat, so konnten wir unsere Pferde ausführlich allen zeigen, ohne
im Regen stehen zu müssen. Abends konnten alle lange draußen sitzen bleiben
ohne zu frieren und vor allem hatten am Sonntag viele Leute Lust zu der
"Pferde der Welt" nach München zu kommen und der Veranstaltung beizuwohnen.
Sicherlich hat es allen Beteiligten viel viel Spass gemacht und kaum einer
möchte das erlebte missen und wird sich nicht noch lange an den Erinnerungen
erfreuen können. Auch bei den Zuschauern und Standbesuchern konnten wir einen
nachhaltigen Eindruck hinterlassen und die Kabardiner sind dadurch einen
ganzen Schritt vorwärts gekommen.
Der Auftritt der Kabardiner auf der "Pferde der Welt 2002" war ein
riesen Erfolg, dank all' denen die mitgemacht und geholfen haben und die zu
zahlreich sind, um sie alle aufzuführen ohne irgendwen zu vergessen. Vielen
Dank im Namen der Kabardiner an Euch alle !!!!
Ausblick
Als letztes natürlich noch die Überlegung - war's das? Nein, das soll es auf
keinen Fall gewesen sein! Neben den schon bisher erfolgten kleineren
Auftritten auf Zuchtschauen, oder Reitvereinsfesten sollen auch in Zukunft
weitere große Auftritte folgen. Dazu wird noch viel mehr Engagement nötig
sein, aber es wird die Kabardiner auch weiter bringen. Die Planungen für 2003
laufen bereits auf Hochtouren und Ideen und Engagement sind gefragt!
Schlusswort
Explizit möchte ich auch noch den Organisatoren der "Pferde der Welt 2002"
danken, die die Veranstaltung so toll organisiert haben und diese Plattform
bieten. Danke und in 2 Jahren könnt Ihr wieder mit uns rechnen, auf
WIEDERSEHEN bei der "Pferde der Welt 2004"!
Ciao, Euer Tobias.