(bitte
nicht als Doktorarbeit ansehen)
Mein
Name ist Luna. Geboren bin ich am
08.04.2001 in der Nähe von Berlin.
Ich
bin ein Mädchen und ein Sonntagskind. Meine Mutter heißt Lena, ist eine
Kabardinerstute, hat mich ganz doll lieb und passt ganz doll auf mich auf.
Dort
wo ich geboren wurde, konnte ich den ganzen Tag mit meiner Mutter auf der Wiese
rumtoben.
Leider
gab es dort
keine anderen Fohlis mit denen ich hätte spielen können.
Als
ich drei Wochen alt war wurden die anderen Pferde zu uns gelassen (die haben
mich schon die ganze Zeit von der Koppel aus beobachtet).
Aber
leider mochten die anderen mich nicht und waren ganz doll böse zu mir.
Das
habe ich nicht verstanden, denn ich habe den anderen ja gar nichts getan.
Ich
konnte mich nur damit retten, dass ich durch den E-Zaun (mit dem die Koppel
eingezäunt war) durchgerannt bin. Das hat ganz schön weh getan.
Meine
Mama konnte mir leider auch nicht helfen, weil die anderen viel stärker waren.
Mama
hatte auch ganz schön große Angst um mich gehabt.
Meine
Menschen haben auch versucht mir zu helfen – aber die waren nie schnell genug.
Als
ich dann einmal beinahe zertreten wurde, haben meine Menschen mich und meine
Mama wieder auf die große Wiese geführt. Daraufhin standen wir wieder zwei
Wochen alleine auf der Wiese.
War
zwar langweilig aber ich fühlte mich dort viel wohler. Außerdem kamen jeden
Tag unsere Menschen und kümmerten sich um uns. Ich konnte mit beiden immer
rumtoben – aber die waren immer viel zu langsam.
Und
wenn es schön warm war legten wir uns alle auf das Heu und dösten vor
uns hin. Dabei gab es immer einige Streicheleinheiten für mich und meine Mama.
Eines
Tages wurden wir von unseren Menschen von der Wiese geholt – aber es ging
nicht in den Stall zum Füttern.
Da
stand ein ganz großes Auto mit einer angehangenen Box auf dem Hof. Meine Mama
wollte da nicht rein in den „Anhänger“. Aber mich haben meine Menschen
einfach reingehoben.
Ein
Mensch blieb bei mir und hielt mich fest bis endlich meine Mama auch in die
komische Box kam.
Meine
Mama wurde vorne angebunden und konnte Heu knabbern. Mich ließen die Menschen
frei in dieser komischen Box und ich konnte zu der Milchbar – das beruhigte
mich wieder.
Das
Ganze setzte sich irgendwie in Bewegung nachdem die Tür hinten geschlossen
wurde und ich hatte manchmal ganz schön zu tun um das Gleichgewicht zu halten.
Die erste Zeit hat meine Mama ganz laut gewiehert – aber wir hörten keine
Antwort von den anderen Pferden. Später hat sie sich dann doch beruhigt.
Nach
einer ganzen Weile hielt diese komische Box an.
Die
Tür vorne ging auf und wir durften endlich wieder raus.
Es
wieherten uns einige Pferde zu die wir aber vorher noch nie gesehen hatten.
Die
ganze Gegend sah anders aus und es war ganz ruhig und Wald war zu sehen und ganz
viel Wiese.
Ich
blieb ganz dicht bei meiner Mama – vielleicht wollten die fremden Pferde mich
ja auch totmachen wie die anderen von meinem ersten Zuhause?!
Die
einzigen die ich wiedererkannte waren meine Menschen. Die waren ganz lieb zu uns
und wir konnten auf dem großen Platz frei rumlaufen und ein wenig grasen.
Irgendwann bin ich dann ganz müde geworden und bin einfach eingeschlafen. Meine
Mama hat ja auf mich aufgepasst.
Dann
wurden wir in eine Box mit Auslauf geführt. Mama bekam was zu fressen und ich fühlte
mich wieder wohl. Dann wurde es dunkel und unsere Menschen waren weg – aber
die anderen Pferde waren noch da!
Die
wurden ja gar nicht abends weggeführt wie dort wo ich her kam. Die blieben die
ganze Nacht bei uns. Dann bin ich eingeschlafen.
Am
nächsten Morgen kamen unsere Menschen, streichelten und putzten uns und gaben
meiner Mama zu fressen.
Auch
für mich gab es eine Handvoll zum knabbern.
Ein
paar Stunden später öffneten die Menschen die Tür und wir konnten zu den
anderen Pferden auf die Koppel.
Ich
blieb aber ganz dicht bei Mama – und meine Mama hielt alle Pferde die mich
beschnuppern wollten ganz weit von mir fern. Sie war ganz doll giftig zu den
anderen.
Aber
ich hatte auch ganz dolle Angst und blieb stehen und klapperte mit dem Mäulchen
wenn eines der anderen Pferde zu mir kam - bis meine Mama das Pferd wegjagte.
Aber
irgendwie war das hier anders. Keines der Pferde giftete oder biss mich oder
versuchte nach mir zu treten und ich musste auch nicht ganz schnell wegrennen.
Irgendwie waren alle sehr vorsichtig und wollten uns nur beschnuppern und uns
kennen lernen.
Auch
meine Mama hat gemerkt, dass keines der fremden Pferde uns etwas böses wollte.
Am
nächsten Tag war alles schon in Ordnung. Wir fraßen, dösten, schliefen mit
all den anderen in der Herde – die fremden Pferde haben uns aufgenommen und
ich denke sie mögen uns.
Auch
unsere Menschen waren jeden Tag bei uns um uns zu füttern und zu putzen oder
einfach nur um uns zu knuddeln.
Es
ist ganz toll. Hier brüllte niemand, die Hunde jagen und beißen hier nicht die
Pferde und Gekläffe gibt es auch nicht. Obwohl die beiden Hunde ganz schön groß
sind.
Mit
dem einen spiele ich heute schon – na ja, ein bisschen und ganz vorsichtig.
Hier
ist es schön ruhig – und die anderen Pferde sind auch ganz lieb und jagen
mich nicht.
Manchmal
tobe ich mit den anderen morgens und abends kurz vor Sonnenuntergang auf der
Weide
– ohne dass meine Mama aus Angst um mich einen halben Herzinfarkt
bekommt.
Ach
ja – meine Mama hat jetzt auch endlich eine Freundin gefunden. Die uralte halb
blinde Leitstute. Die Menschen nennen sie LKW, weil sie durch alles und jeden
durchgeht wenn ihr der Sinn danach ist. Eigentlich aber heißt sie aber Brandy.
Der
LKW ist aber auch ganz doll streng zu mir und zu den anderen Pferden.
In
Ihrer Nähe darf man nicht spielen und rumtoben. Wenn wir
das doch aus Versehen machen scheucht sie uns weg.
Außer
meine Mama – die darf fast immer zu ihr.
Aber
wenn ich Angst habe oder mich erschrecke und meine Mama nicht in der Nähe ist,
dann kann ich zu ihr laufen und mich hinter ihr verstecken. Dann ist sie ganz
lieb zu mir und scheucht mich auch nicht weg.
Dann
sind auch noch die anderen Fohlis da. Die sind aber schon viel älter als ich
– 1 Jahr und älter.
Die
sind auch ganz lieb und langsam fange ich auch an mit denen rumzutoben – aber
meisten haben die nur fressen im Kopf.
Die
anderen dürfen Mama nicht im Weg rumstehen oder gar versuchen mit ihr zu
spielen. Dann verhält sie sich wie der LkW – nur ich darf das!
Eines
der Fohlen heißt Sagira – die Menschen haben sie so genannt, weil Sagira übersetzt
wohl so viel heißt wie „Kleines Fehlerchen“. Sagira ist etwa 1 Jahr alt,
war ganz lange ganz doll krank. Damals kannte ich sie noch nicht. Aber
jetzt ist sie schon wieder ganz gesund. Nur ein bisschen dünn ist sie noch.
Aber
einer der Menschen die immer da sind – ich glaube der ist Tierarzt
(weil er mich auch schon einige Male mit irgendetwas in den Hintern
gepiekt hat) – untersucht sie öfter und piekt sie auch mal. Das mag Sagira
gar nicht und versucht sich zu wehren – meistens ohne Erfolg.
Nikita
ist auch 1 Jahr alt aber schon viel größer als Sagira. Sie tobt meistens mit
Lady rum. Lady ist etwa 1 ½
Jahre alt und auch so groß wie Nikita, aber viel kräftiger. Die
Menschen nennen sie auch „Quarkhose“
weil sie wohl ein Quarterhorse ist.
Na
ja – dass ist nun unsere neue Herde und neue Familie.
Lady
ist sehr schlau und verspielt. Ihr Mensch spielt viel mit ihr. Sie kann sich
schon auf Kommando hinlegen und einen Knicks machen. Manchmal holt ihr Mensch
sie auch in so einen runden Platz – ich glaube „Roundpen“ nennen die das.
Da drin läuft sie dann wie es ihr
Mensch möchte. Mal links rum, mal rechts rum und auch Sprünge über
Stangen macht sie schon.
Auch
wir haben das schon ein paar mal gemacht mit unserem Menschen – nur ohne Sprünge.
Besonders
toll fand ich das ja nun wieder auch nicht.
Unsere
Menschen kümmern sich fast jeden Tag um uns und wenn sie mal nicht da sind,
sind die anderen zwei Menschen da und übernehmen das Füttern und putzen.
Leider
muss ich mit meinen Menschen auch mal doofe Sachen machen.
Zur
Zeit holen sie uns immer mit einem Strick von der Weide und möchten von mir,
dass ich an der doofen Leine hinterher laufe. Als ob ich den Weg nicht alleine
finden würde.
Die
ersten Male habe ich mich einfach geweigert und bin stehen geblieben. Aber da
meine Mama weitergelaufen ist musste ich ja wohl hinterher. Außerdem wurde es
viel zu langweilig die ganze Zeit dumm rumzustehen. Also mach ich jetzt fast
immer mit – und die Menschen freuen sich so sehr darüber, dass ich immer
gekrault werde – das hat dann natürlich auch seine Vorteile.
Dann
musste ich lernen die Hufe zu geben – die Menschen kratzen dann immer darin
rum. Ein paar mal habe ich versucht dem zu entgehen, hab mich dann einfach
hingelegt. Aber auf die Dauer ist das ja auch doof, also gebe ich ganz brav die
Hufe- na ja, fast immer - und die Menschen freuen sich dann wieder. Außerdem
macht das meine Mama auch.
Vor
kurzem haben die Menschen das große Auto mit der angehangenen Box auf den
Reitplatz gefahren.
Ich
dachte schon, es geht hier wieder weg. Aber sie wollten nur, dass meine Mama und
die anderen Pferde reingehen und wieder rausgehen. Das haben wir dann alle auch
ganz brav gemacht. Mich hat ein Mensch reingehoben – war aber gar nicht so
schlimm wie beim letzten Mal und wir konnten auch gleich wieder raus. Lady ist
sogar rückwärts eingestiegen. Das traut sich meine Mama aber noch nicht.
Auch
spazieren waren wir schon durch den Wald und über die Wiesen und Felder
– Meine Mama, der LKW und ich.
Für
Mama war das alles ganz aufregend, aber weil der LKW so ruhig war beruhigte sie
sich auch ganz schnell – außerdem waren ja auch die Menschen noch da die uns
führten und die müssen ja wissen was gefährlich ist oder nicht. Für mich war
das ganz toll, ich konnte die ganze Zeit frei rumlaufen. Vorpreschen, mich
Zwischendrängeln, auf Entdeckungstour gehen, hinter Vögel herrennen u.s.w.
Als
wir in die Nähe von unserem Stall kamen wieherten uns die anderen Pferde zu und
wir wieherten zurück. Das war toll dass die uns erkannt haben und noch da
waren.
Der
Spaziergang ging ganz schön lange. Als wir wieder zu Hause waren, war ich doch
ganz froh. Denn ich bin ganz schön müde geworden.
Manchmal
bauen die Menschen auch ganz komische Sachen auf dem Reitplatz auf. Blaue
Tonnen, ein Flatterband, einen Klappersack hatten sie vor kurzem hingelegt und
eine komische Puppe die mit Stroh gefüllt war.
Meine
Mama schaut dann immer ganz komisch und tut so als ob das was ganz gefährliches
wäre.
Verstehe
ich gar nicht. Wenn ich mir die Sachen angucke und daran rumknabbere tun mir die
Dinge gar nichts. Was die anderen immer haben!