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Die (Vor-)Geschichte von meinem Kabardiner

Es gärte eigentlich schon ziemlich lange –der Gedanke, sich ein zweites Pferd zuzulegen. Meine 7-jährige Appaloosa Stute habe ich seit Fohlen an. Zu ihr bin ich gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Aber das ist
eine andere Geschichte, die gehört hier nicht hin. Ich habe sie großgezogen erzogen und ausgebildet. Wir sind heute ein eingeschweißtes Team. Mein Ziel war es, neben einer optimalen Ausbildung ganz viele Wander- und Distanzritte mit ihr zu machen. Sie war leider als
Fohlen und als Zweijährige schwerer krank gewesen, was sich bis heute noch auswirkt. Sie hat eine halbseitige inoperable Kehlkopflähmung und ist
allgemein nicht stärker belastbar. Mein Traum vom Wander- und Distanzreiten habe ich dann im letzten Herbst endgültig begraben, nachdem wir bei unserem ersten zaghaften Versuch, einen kleinen Distanzritt mitzumachen, in der ersten Pause schon wegen erhöhter
Pulswerte rausgefallen sind. Da habe ich mich entschlossen, mein Pferd nur noch ihren Fähigkeiten entsprechend zu reiten und mir für das Wander- und Distanzreiten ein zweites Pferd zuzulegen, was von
seiner erblichen Veranlagung diesen starken Belastungen auch gewachsen ist. Wie durch höhere Gewalt fällt mir in dieser Zeit ein artikel über die
Kabardiner in der „Pferde heute“ in die Hände. Diese Zeitschrift habe ich vorher noch nie gekauft. Durch einen Impuls nahm ich sie mir an einer Tankstelle mit. Ich hatte das Gefühl, von dem Pferd zu lesen, was ich mir in meiner Gedankenwelt vorgestellt habe. Ich nahm gleich
Kontakt zum Tobias auf und war fortan auf dem laufenden. Mein Mann und ich haben dann im April Tobias und Karin besucht und ich konnte mich
persönlich von dem ansprechenden Wesen der Kabardiner überzeugen. Es war wirklich das Pferd, was ich mir vorgestellt hatte. Aber eigentlich konnten
wir es uns dieses Jahr noch gar nicht leisten und eigentlich mussten wir doch erst unseren Betrieb aufbauen und eigentlich habe ich auch gar keinen
Platz für ein weiteres Pferd. Aber uneigentlich musste es sein. So sind wir dann auch beim Herrn Seitle vorbeigefahren und haben uns ein Pferd bestellt. Hin und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen zog dann
der Sommer ins Land, ich musste währenddessen mit meinem Pferd noch umziehen. Die neuen Stallbesitzer können mir auch erst ab nächster Weidesaison eine Aussicht auf einen weiteren Stallplatz machen. Alles in
allem also nicht besonders positiv. 
Dann rief am letzten Freitag der Herr Seitle an und alles war ganz plötzlich klar, wir sind direkt am Samstag hingefahren. Wir haben uns zunächst einmal alle Pferde angesehen. Auch die Tersker und die Budjonnys sind sehr ansprechende Pferde. Alle haben ein glänzendes
Fell und alle sind sehr vertrauensselig. Wir haben uns dann vier Pferde vorführen lassen, den ersten schwarzen Kabardiner, der für meine Verhältnisse allerdings zu zäh reagierte, einen Budjonny mit einem ganz personenbezogenen Wesen, einen flotten Tersker und den zweiten schwarzen Kabardiner, der gut auf Aufforderungen reagierte allerdings ein
wenig taktunrein lief. Sonntag bin ich dann noch einmal alle kurz geritten, so dass ich mich doch für den ersten entschied. Er zeigte sich unter dem Sattel dann doch sehr willig, vielleicht wollte er den Abend vorher
einfach nicht mehr. Man sieht den Pferden auch die Strapazen an, die sie in den letzen Wochen hinter sich haben. Da muss ich wohl auch mit anderen Maßstäben urteilen. Also, Nummer eins habe ich dann auch flugs
gekauft, bevor andere Interessenten mir zuvorkommen. 

Ich habe mittlerweile auch eine Unterkunft für ihn gefunden. Er kommt in einen Stall, bei dem die Pferde ganzjährig draußen sind und in ihrer Herde auf einem recht großen Winterareal herumlaufen können. Da
fühlt er sich doch fast wie zu Hause. Und das nicht weit von mir. Es ist sogar noch näher für mich als der jetzige Stall mit meiner Stute.
Allerdings darf er nicht als Hengst in diese gemischte Herde, so dass ich ihn doch als erstes hier zu Hause kastrieren lassen muss. Das hatte ich mir aber auch schon gedacht. 

So, jetzt ist alles vorbereitet und ich bin wahnsinnig gespannt, was mich erwartet mit dem neuen Pferd. Wir holen ihn am Wochenende vom 22./23. September, dann kommt er als erstes zum Tierarzt und dann in den
neuen Stall. 

Ich werde euch weiter berichten, wie es uns dann so ergangen ist. 

Bis dahin, Astrid.