Erfahrungsbericht
über den Einsatz von Marquis Supergrip Hufschuhen
Juni 2000:
Unser Pferd Beglez (18jähr.
Kabardinerwallach) läuft barfuss. Jedoch bemerken wir, dass das Pferd fühlig
geht, vor allem weil die Waldwege mit Frankenschotter aufgeschüttet wurden. Darüber
hinaus wird das Pferd 3 – 5 x wöchentl. geritten. Es stellt sich für uns die
Frage, was machen wir drauf?
Das Pferd wurde seit 2 Jahren im Sommer nur mit Kunststoffbeschlägen
beschlagen. Da eine Podotrochlose (Hufrollenentzündung) links vorne vorliegt,
ist ein möglichst schonender Hufschutz erforderlich.
Auf dem Hufsymposium 1999 in Herrsching haben wir zum ersten Mal die Marquis Hufschuhe gesehen. 1999 hatten wir bereits Hufschuhe (andere Marke) für die Hinterhand gekauft, in erster Linie, da das Pferd einen Hufabszess hatte und zum Schutz des defekten Horns. Diese Hufschuhe mussten mit einem Gummihammer auf den Huf aufgebracht werden und mit einem Riemen fixiert werden. Nachteile waren: Offene Stellen durch die Riemen und der Schuh wurde häufig im Galopp verloren.
Unser Huftechniker (Stallgenosse) empfiehlt uns die Marquis Hufschuhe. Wir erhalten ein Paar Hufschuhe Größe 1 für 2 Wochen zum Testen für die Vorderhand.
Juli
2000:
Die Hufschuhe sind im Test. Erste Ausritte von 45-60 Minuten im Schritt und Trab. Zeit und Tempo wird gesteigert. Wir verlieren den Hufschuh beim Trab und Galopp. Darüber hinaus stellen wir kleine Hautabschürfungen vom Luftpolster fest. Wir sind noch unsicher, ob wir fest schnallen und wenig pumpen sollen oder andersrum. Inzwischen laufen 3 Pferde im Stall mit den Hufschuhen (Gr. 1 – 3). Das sind unser Kabardiner, ein Quarter Horse und ein Warmblut. Trotz der Widrigkeiten stellen wir fest, dass unser Pferd mit den Hufschuhen sehr gut läuft und kaum taktet. Daher entschließen wir uns für den Kauf der Hufschuhe.
August 2000:
Herr Dr. Marquis ist bei uns im Stall um über unsere Probleme mit den Hufschuhen und die Anziehtechnik zu reden. Er erklärt uns, dass wir nicht zu fest spannen sollen (gut mit Widerstand) aber dafür fest aufpumpen sollen. Ein Verlieren der Hufschuhe ist ihm nicht bekannt.
Wir haben die Schuhe vorher bei schnelleren Trab- und Galoppstrecken (auch über Stoppelfelder) immer wieder verloren und sind oft suchend durch den Wald gestreunt um unsere „besten Stücke“ wieder einzusammeln. Wir erkennen, dass die schwarze Farbe der Hufschuhe fürs Suchen nicht sehr dienlich ist und bemalen unsere Schuhe mit wasserfesten Leuchtfarben!
September
2000:
Beglez geht nun hinten auch fühlig.
Wir bestellen nochmal ein Paar Hufschuhe für die Hinterhand (gleiche Größe).
Leider gibt es noch keine speziellen Hufschuhe auf die Hinterhand zugeschnitten,
soll aber lt. Dr. Marquis in Entwicklung sein. Wir haben inzwischen gut Übung
im Anziehen der Schuhe und unsere Pferde geben die Hufe bereitwillig her! Auch
haben wir inzwischen ein gutes feeling wie stark wir spannen
und pumpen müssen.
Wir verlieren kaum noch einen Schuh, selbst im Galopp nicht. Auch Bachdurchquerungen sind kein Problem. Hautabschürfungen kommen auch nicht mehr vor. Nach dem Reiten oder bei Pausen lassen wir sofort die Luft aus den Luftpolstern raus, da die Pferde dann etwas zappelig werden können. Die Luftpumpe gehört zum Inventar des Ausritts.
Nach jeder längeren Trab- oder Galoppstrecke haben wir uns einen obligatorischer Blick auf die Hufe angewöhnt. „Alles noch dran, Vollbereifung noch da?“ Immer mehr Leute die wir treffen, werfen einen kritischen Blick auf die „Schuhe“ und fragen nach. Reges Interesse besteht, doch halten viele Reiter u. Pferdebesitzer noch an den alt bewährten? Hufeisen fest. Kunststoffbeschläge sind schon eine absolute Ausnahme!
November
2000:
Wir haben es bisher nicht bereut die Hufschuhe gekauft zu haben. Beglez geht sehr gut damit und im Stall und auf der Koppel kann er barfuss gehen. Ausritte von 2-3 Stunden sind kein Problem mehr!
Auch die anderen 2 Pferde gehen sehr gut und werden evtl. auch für die Hinterhand noch Hufschuhe erwerben.
Wie in manchen Fachartikeln (Cavallo) berichtet, haben wir bisher 1 defektes Luftpolster gehabt. Wir reiten sehr viel im Gelände und auch mal querfeldein. Beim neuesten Modell der Hufschuhe fiel uns auf, dass das Luftpolster härter uns steifer ist (mehrere Luftkammern). Dieses Luftpolster hat einen harten Rand an der Oberseite, der sich nicht aufpumpen lässt. Besonders bei Pferden mit untergeschobenen Trachten und extremer Bewegung des Fesselkopfes haben wir Probleme durch heftiges Aufschürfen durch dieses neue Luftpolster. Hier ist ein Erfahrungsaustausch mit der Fa. Marquis erforderlich. Persönlich halten wir das alte Luftpolster als das für die Pferdebeine schonendere Modell. Dies kann jedoch individuell von Pferd zu Pferd unterschiedlich sein.
Darüber hinaus reiten wir seit 2 Wochen mit Stollen in unseren Hufschuhen (4 Stück/Schuh) und haben bisher gute Erfahrung damit gemacht!
Lt. Hrn. Dr. Marquis gibt es den
Hufschuh ab nächstes Jahr in einer fluoreszierender Farbe, was das Wiederfinden
der Schuhe erheblich erleichtert. (Schuhe wurden bereits auf dem Hufsymposium im
November in Bobingen ausgestellt!)
Beim Fellwechsel sind die Pferde
besonders empfindlich im Fesselbereich. Auch mit dem dichten Winterfell ist
darauf zu achten, dass keine Abschürfungen vorkommen.
Einige Tipps von uns:
Nach
jedem Reiten sollte der Schuh gründlich
gereinigt werden. Am besten
mit Wasserschlauch abspritzen und mit Dreckbürste reinigen.
Vor dem Anziehen sollte der Huf und
das Fesselgelenk vom Schmutz befreit
werden.
Eine regelmäßige Hufpflege ist von
nöten. Vor allem das Zufeilen darf nicht
vernachlässigt werden, da der Huf sonst nicht mehr optimal in den Schuh
passt.
Zum
Schluss unser Fazit:
Der Marquis
Supergrip ist eine relativ neue Art des Hufschutzes! Wir sind uns sicher, dass
dieser Hufschuh jedoch zukunftstauglich ist und bestimmt noch in manchen Dingen
optimiert werden wird. Für den Hufmechanismus ist der Hufschuh keinerlei
Einschränkung (im Gegensatz zu Eisen!).
Die momentan relativ hohen Kosten kann man seinen Beschlagskosten gut gegenrechnen. Nun kommt es nur noch darauf an, wie lange so ein Hufschuh wirklich hält und benutzt werden kann. Viele Dinge kann man austauschen, aber noch nicht alles. Wir bleiben weiter am Ball!