Endlich – es ist Urlaubszeit! Tausende von Menschen strömen in Autos, per Bahn oder Flugzeug zu Ihrem lang ersehntem Urlaubsziel, um für einige Tage oder sogar mehrere Wochen dem Alltag zu entfliehen. Man sehnt sich nach Erholung oder neuen Eindrücken, von denen man lang zehren kann.
Was machen Pferdebesitzer im Urlaub, die ihre Pferde in Eigenregie halten? Entweder sie bauen oder basteln am Stall, den Koppeln, dem Reitplatz umher, machen Heu, reparieren die landwirtschaftlichen Maschinen usw., bleiben schön brav zu Hause bei Ihren Pferden, reiten etwas öfters als normal, gehen auch mal auf einen Wanderritt oder einen Kurs, oder .... und davon möchte ich euch nun berichten – sie packen Ihre Vierbeiner und verbringen gemeinsam mit Ihnen einen Urlaub.
Schon im Herbst letzten Jahres haben wir (Sabine, mein Mann Stefan und ich) beschlossen mit unseren Pferden den Urlaub zu verbringen. Nach einiger Suche im Internet wurde ich auch fündig. Unser Urlaubsziel sollte das Rottal in Bayern, also nicht allzu weit von uns entfernt, sein. Dort, in Gries bei Bad Birnbach, hatten wir uns mit unseren Pferden (Imbir, 7jähriger Kabardinerhengst, Beglez, 21jähriger Kabardinerwallach und Data, 11jähriger Quarterwallach) bei Astrid Arnold für zehn Tage angemeldet.
Es war Mitte Mai, als unser
Pferde-LKW startklar auf der Koppel stand, um die Pferde „einzupacken“. Am Tag
zuvor erst war er durch den TÜV gekommen, die Reparaturen dafür hatten uns eine
gute Stange Euros gekostet. Aber bei diesem älteren Modell muss man da wohl in
den sauren Apfel beißen und einiges investieren. Egal – unser blauer IVECO stand
fahrbereit da und wir freuten uns auf unseren Urlaub. Stunden vorher hatten wir
alles Notwendige für uns und die Pferde zusammengepackt. Von der Huffeile über
die Fliegendecke, Bollensammler, Satteltaschen bis zum Erste Hilfe-Set. Und dann
kamen ja auch noch unsere Sachen!
Na, ja, der LKW und der Golf von Sabine waren auf alle Fälle propenvoll.
Unsere Pferde gingen alle recht brav in den LKW und dann startete die Reise.
Nach ca. 5 Std. Fahrt erreichten wir den Sigl-Hof. Die Pferde hatten sich während der Fahrt vorbildlich benommen, es war auch nicht zu heiß an diesem Tag.
Die Pferde bezogen ihr neues Domizil: Einen zweigeteilten Weideunterstand und eine sehr große Koppel dazu. Kaum waren die Halfter von den Köpfen gezogen, ging es ab. Huii – im Galopp preschten die 3 Herren die Wiese entlang, so nach dem Motto: So jetzt haben wir auch Urlaub. Wir fanden es klasse, dass sie sich so schnell eingewöhnt hatten. Nachdem die Pferde, sowie die dazugehörigen Utensilien, verstaut waren, bezogen wir unsere Ferienwohnung im 1. Stock des Neubaus von Fam. Arnold.

Endlich gibt es lecker Abendessen (Hafermüsli)!
Nur Imbir
hält mal wieder Ausschau nach den Sigl-Hof Stuten.
Wir machten uns mit dem Hof vertraut. Astrid Arnold, Huforthopädin, hatte einen vorbildlichen Offenstall eingerichtet. Dort leben Ihre Pferde und noch ein paar „Gastpferde“! Außerdem gibt es auf dem Hof noch Hühner, Gänse und 3 Hunde. Wir fühlten uns vom ersten Augenblick wohl dort. Astrids Stuten wurden plötzlich alle rossig! Kein Wunder, auf der anderen Seite des Stadels lief ein Hengst, unser Imbir, über die Wiese und machte sich regelmäßig durch lautes Wiehern bemerkbar:“ Hallo Ihr Süßen, hier bin ich, Imbir – der schöne, schwarze, rassige Hengst aus dem Kaukasus!“ Nur zu dumm, dass auf dem E-Zaun doch saftig Strom war!

Fertigmachen zum Ausritt
(Imbir, Beglez und Data)
So erkundeten wir die Gegend zu Pferd, mal mit längeren, mal mit kürzeren Ausritten, übten auch ab und zu mit den Pferden auf dem Reitplatz. Zwischendurch taten wir auch etwas für uns – gingen Thermalbaden nach Bad Griesbach (Haman) oder Bad Birnbach. Schwitzten dort in den verschiedenen Saunen, gönnten uns ein Rasul-Bad (mit Heilschlämmen), schwammen im warmen Thermalwasser. Zwischendurch bearbeitete Stefan mit Astrids fachkundiger Hilfe die Pferdehufe. Im Gegenzug behandelten wir zwei Pferde mit cranio-sacraler Osteopathie bzw. Akupunktmassage. Es war ein ständiger Erfahrungsaustausch rund ums Pferd und sehr interessant. Am vorletzten Tag durften wir dann noch an einem Beschlagskurs für Kunststoffeisen teilnehmen. Jeder der Teilnehmer musste mal einige Nägel versenken. Doch unter Astrids Kontrolle fühlten wir uns dann doch recht sicher bei der Arbeit.

Und so macht man den Kunststoffbeschlag wieder
runter!
Astrid Arnold zeigt wie es richtig geht.
Am letzten Tag machten wir zusammen mit Astrid noch einen Ausritt. Nachdem
Astrid auf einer rossigen Stute saß, war der Ritt für Imbir und damit auch für
Stefan sehr aufregend und schweißtreibend. Aber wir sind alle heil wieder
im Stall angekommen. Der Urlaub endete mit einem gemeinsamen Raclette-Essen bei
Astrid in der Bauernstube des alten Bauernhauses. Die 10 Tage waren rasend
vergangen und auch die Pferde hatten sich hier sehr wohlgefühlt.

Rottal-Landschaft um Bad Birnbach
So packten wir wieder alles zusammen
und machten uns zusammen mit Beglez, Data und Imbir auf die Heimreise. Leider
war es Imbir nicht vergönnt gewesen mit einer Stute näher anzubandeln .... , wer
weiß, vielleicht ein ander' Mal.
Wieder zu Hause in Bobingen angekommen, war alles wieder beim Alten. Die Pferde
standen zufrieden auf unserer Koppel. Gestresst durch die Fahrt bzw. den
Ortswechsel schienen sie nicht, denn sie waren ja mit ihrer gewohnten „Herde“
unterwegs gewesen.
Wir hatten gerade mal 2 Tage Zeit unsere Dinge in Ordnung zu bringen und wieder zu verpacken, denn wir waren schon wieder auf dem Sprung zum nächsten Pferde-Ereignis. Wir fuhren einige Tage nach Südtirol zum Oßwald-von-Wolkenstein-Ritt. Diesmal aber ohne unsere Pferde, nur als Zuschauer! Bereits zum dritten Mal verfolgten wir dieses Turnier am Schlern und lassen uns immer wieder aufs Neue begeistern. Unser Wunsch einmal mit unseren Pferden dort teilzunehmen ist aber sehr fraglich. Laut Auskunft dürfen nur „einheimische“ Mannschaften (4 Reiter), also Südtiroler, an diesem Turnier mitreiten. Doch allein schon das Anschauen dieses Turniers wäre ein eigener Bericht wert.
Unseren Resturlaub hatten wir auch schon wieder geplant. Es sollte Mitte September wieder ins Altmühltal auf einen viertägigen Wanderritt gehen.
Auch in unserer Urlaubszeit mit unseren Pferden zusammen zu sein war für uns eine sehr schöne Erfahrung. Wir werden wieder einen „Pferdeurlaub“ im nächsten Jahr machen.
Barbara Rilling
Adresse Astrid
Arnold (Huforthopädin nach J. Biernat, gibt auch Hufkurse):
www.sigl-hof.de, )/Fax
08563-3271