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Ich und Kabardiner - warum eigentlich ?? - Teil 3

Ja und weiter gehts ...

Die Fohlenzeit und die Ausritte mit ihnen waren eine unheimliche schöne Zeit, der Sommer hat unheimlich viel Spass gemacht. Während des August bot sich dann eine Gelegenheit, die wir ab Oktober dann nutzten, wir wurden Selbstversorger im Stall eines Bekannten, der früher Pferde gezüchtet hat, aber mittlerweile keine mehr besaß. Also zogen wir mit Sack und Pack um. 
Während der Zeit begann auch mein Engagement im bayrischen Zuchtverband der Spezialpferderassen. Zuerst allerdings nur weil ich meine Stute eintragen lassen wollte und das Fohlen Papiere braucht. Auf einer Zuchtschau klappte das dann auch - obwohl der Zuchtverband es mir wirklich nicht leicht machte und ich oft genug es bleiben lassen wollte. Aber Temsa wurde eingetragen und Elrond hat Papiere und das war nicht das letzte Zusammentreffen mit dem Verband - so leicht gebe ich dann anscheind doch nicht auf.
Parallel dazu ergab sich noch, daß der Hengst bei dem ich mit Temsa zum Decken war mir zum Verkauf angeboten wurde - zwar nicht umsonst, aber wann bekommt man schon so ein Angebot. Viele Diskussionen mit Karin, die sehr skeptisch war, waren notwendig, bis wir uns entschlossen ihn zu kaufen. Allerdings lag die Entscheidung dazu schon deutlich an mir, Karin verhinderte es halt nicht. Wenn ich heute darüber nachdenke war es total verrückt, wir hatten das Pferd schon ewig nicht mehr gesehen und wußten eh kaum was darüber, schon garnicht seine aktuelle Verfassung. Aber wir haben Edil gekauft und im November kam er dann zu uns - und was wir sahen war eigentlich nicht so das was wir erwartet hatten. Er war sehr mager, kleiner als ich ihn in Erinnerung hatte und ich dachte "Was habe ich denn da gekauft ?" - aber trotzdem und auch trotz der abratenden Tierärztin bei der Ankaufsuntersuchung kauften wir das Pferd.
Wir hatten eine Koppel speziell für Edil hergerichtet - als Hochsicherheitstrakt - und die nächste Zeit erwies sich als wirklich hart. Edil war - wie ich heute weiss - sehr brav, aber halt auch ein Hengst. Unerfahren wie ich war (und auch heute noch an vielen Stellen oft genug bin) erwartete ich viel mehr und habe oft falsch reagiert. Oft genug war ich nahe dran ihn wieder zu verkaufen - je schneller desto besser, irgendwann war ich sogar so weit, dann aber bremste plötzlich Karin, die ihn immer mehr zu schätzen begann, da er endlich ein gutes Pferd war, auf dem man anständig reiten lernen und verbessern konnte. Gut, so bekam er eine Gnadenfrist nach der anderen, wir lernten und er besserte sich immer weiter, er durfte dann mit Merlin zusammenstehen und freute sich unheimlich darüber endlich nicht mehr - nach über 18 Monate alleine sein - einen Kumpan zu haben. Dann kamen die Fohlen zum Absetzen dazu - nicht ganz ohne Bedenken, aber er ging in seiner Vaterrolle total auf und auch die Fohlen waren glücklich - keine Spur von Absetztrauma, sie hatten ja einen neuen Beschützer. Nur Merlin tolerierte er dann nicht mehr, so daß der wieder zu den Stuten kam.
Die Vaterrolle klappte sehr gut und er erzog die Fohlen und spielte mit ihnen. Abends wenn es dunkel wurde brachte er sie immer zum Stall, wo sie "abgestellt" wurden, während er aufpasste. Sie durften dann auch nicht mehr von Ort und Stelle weg - es war zu nett das mit anzuschauen.
Merlin und die Stuten waren auch sehr zufrieden. Dann kam es aber so, daß Preciosa mit 11 Monaten rossig wurde und Elrond begann sie zu decken (Edil zum Glück nicht), so daß wir wieder umgruppieren mußten. Temsa kam zu einem überglücklichen Edil, zusammen mit Elrond, Preciosa kam wieder zu ihrer Mutter und Merlin. 
Mit der Selbstversorgung kamen wir ganz gut zurecht, auch wenn es schon viel Arbeit bedurfte und bedeutete jeden Morgen vor der Arbeit noch die Pferde rausbringen und füttern zu müssen. Aber der Stall war toll und wir fühlten uns wohl, konnten wir doch alles so machen wie wir wollten. 
Da Edil jetzt natürlich Temsa deckte, suchten wir auch für Estrela einen Hengst und fanden einen alten Herren in Treuchtlingen, der einen 26-jährigen Hengst besitzt, der sogar hohe Schule konnte (jetzt leider nicht mehr wegen leichter Arthrose) und Karin für Estrela sehr gut gefiel. Wir brachten Estrela also nach Treuchtlingen für einige Tage, wo sie sich auch ausgbiebig vergnügte und freuten uns schon auf die Fohlen, überlegten Namen u.s.w.

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