Tobias Knoll

Tobias Knoll

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Wednesday, 24 April 2019 07:33

Neue Verkaufspferde Mai 2019

Im Mai 2019 kommen wieder neue Verkaufpsferde aus Russland nach Deutschland. Wieder stammen diese von kleinen Züchtern und Bauern, die nur wenige Pferde haben und die der Verein auf diesem Weg unterstützen will. Leider gibt es ja immer noch keinen Händler der hier wieder eingestiegen ist. Die Pferde sind alle im Alter von 5-7 Jahren, haben zum Großteil bereits eine Ankaufsuntersuchung inkl- Röntgen durch eine deutschen Fachtierarzt für Pferde hinter sich und sind brav im Umgang und geländesicher.

Die Ankunft wird wohl Mitte Mai sein und dann gibt es umgehend auch aktuelle Fotos der Pferde. Einige der Pferde sind auch speziell für das Distanzreiten ausgewählt, hiervon sind aber bereits vier vergeben.

 

Thursday, 17 January 2019 10:02

Kabardiner und die Rettung der Lipizzaner

Im Jahr 2001 bekamen wir einen Anruf von Dr. Rudolf Lessing, einem 85-jähigen Herren aus Bremen, der einen Bericht in der St.Georg über Kabardiner gelesen hatte und uns eine Geschichte dazu erzählen wollte. Karin und ich machten uns deshalb im September diesen Jahres auf den Weg nach Bremen wo wir einen der großen Hippologen unserer Zeit treffen durften.

Dr. Rudolf Lessing war eine der Personen die maßgeblich zur Rettung der Lipizzaner zum Ende des 2.Weltkrieges beigetragen hatten und diese Geschichte hatte auch etwas mit Kabardinern zu tun. Herr Lessing erzählte uns diese Geschichte und gab uns auch einiges Material mit auf den Heimweg. Karin hat dazu einen Text zusammengefasst:

Dr. Lessing ist wohl den meisten Lipizzaner-Kennern ein Begriff. Aber nur wenige wissen, dass die Rettung der Lipizzaner vielleicht weniger erfolgreich verlaufen wäre - wären da nicht die Kabardiner und deren kaukasische Reiter, gewesen.

"Wir sahen, dass Deutschland kaputt war. Denn alles, wofür wir gekämpft hatten, lag jetzt am Boden. Da war keine Zukunft abzusehen...", dieses Zitat von Dr. Lessing beschreibt eindrucksvoll die Lage Deutschlands im April 1945.
Um so erstaunlicher ist, dass in all diesem Chaos eine Insel des Friedens existiert: Hostau. Hier kümmern sich Oberstleutnant H.Rudofsky (Leiter des Lipizzaner-Gestüts), Dr. Rudolf Lessing (Stabsveterinär) und ihre Mitarbeiter liebevoll um die Erhaltung der ihr anvertrauten Rassen (u.a. Lipizzaner und Vollblüter).

Insgesamt waren an die 500 Pferde ihrer Obhut unterstellt. Die Futterbeschaffung für all die Pferde war in dieser Zeit der Not ein ständiges Problem. Zu allem Übel fanden sich aber im März 1945 nochmals etwa 170 Pferde in Hostau ein. Hierbei handelte es sich um russische Pferde, darunter auch 60 Kabardiner und Anglo-Kabardiner. Auf der Flucht vor der Roten Armee waren diese Pferde samt kaukasischen Reitern unter der Leitung von Fürst Amassow aus Polen gekommen. Obgleich nun noch mehr Münder zu stopfen waren, verbindet Dr. Lessing nur angenehme Erinnerungen an die Truppe von Fürst Amassov. "Ein feiner Herr ist dieser Amassow gewesen, und seine Reiter machten sich nützlich, wo es ging", so Lessing. Was Lessing zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass diese Reiter nur wenig später eine bedeutende Hilfe darstellen sollten...

Die Situation für Deutschland wurde zunehmend brisanter, und auch in Hostau wurde man zunehmend unruhig, da man exakt zwischen der zusammenrückenden russischen und amerikanischen Front lag. Der letzte erfolgte deutsche Befehl an das Gestüt Hostau lautete, mit den Pferden an Ort und Stelle zu bleiben und sich bis auf das Äußerste zu verteidigen. Angesichts der hoffnungslosen Lage wirkte dieser Befehl aber mehr als fragwürdig.

Ende April war es dann so weit: die amerikanische Front gelangte unweit von Hostau an. Hostau selbst lag auf ehemals tschechischem Gebiet und war daher nach dem Abkommen von Jalta den Russen vorbehalten. Doch den Russen wollte eigentlich keiner die kostbaren Pferde überlassen - weder die Deutschen noch die Amerikaner. Und so suchte man gemeinsam nach einem Ausweg. Daß diese heimlichen Kapitulationsverhandlungen mit dem Feind Amerika höchst riskant waren, erklärt sich von selbst. Die grösste Gefahr drohte von unbelehrbaren Hitler-Anhängern, die selbst jetzt noch nicht an Kapitulation dachten. Kooperation mit dem Feind galt auch zu diesem Zeitpunkt noch als Hochverrat und wurde ggf. auch jetzt noch mit der Todesstrafe geahndet.

Hostau fiel - wie gesagt - nicht in den Zuständigkeitsbereich der Amerikaner, und so beschloß man kurzerhand, die Pferde nach Bayern zu übersiedeln, welches bereits von den Amerikanern eingenommen war. Da der Transport einer derart grossen Pferdeherde mit LKWs viel zu lange gedauert hätte, musste der Großteil der Pferde die 40 km lange Strecke nach Kötzting/Furth getrieben werden. Hierzu wurden die Pferde in Gruppen von bis zu 80 Pferden eingeteilt, und jede Gruppe sollte von 5-6 Reitern flankiert werden. Nun ergab sich aber ein grosses Problem: fast das ganze Personal Hostaus hatte die Gunst der Stunde genutzt und war quasi über Nacht Richtung Heimat verschwunden. Jetzt stellte sich die Anwesenheit der russischen Pferde als grosser Glücksfall heraus.

Rudofsky: "... in der Not der Stunde bat ich Fürst Amassow, unter seinen Kabardiner- und Don-Stuten so viele verlässliche Reit- und Zugpferde auszusuchen, wie zur Begleitung des Transportes nötig waren." Die Kaukasen kamen dieser Bitte gerne nach, auf diese Weise konnten schließlich auch sie sich in den Westen absetzen.

Am 15.Mai um 5 Uhr morgens setzte sich der Treck schließlich in Bewegung. Auf den Begleitfahrzeugen nahm man so viele Flüchtlinge auf, wie es nur ging. Deklamiert als Gestütspersonal war es ihre letzte Gelegenheit Tschechien zu verlassen, bevor die Russen eintrafen. Bis zur tschechischen Grenze verlief alles planmäßig - nicht ein einziges Pferd konnte sich von der Gruppe lösen. Doch an der Grenze verwehrten tschechische Partisanen unter Waffengewalt den Durchmarsch und wollten den Treck zur Umkehr zwingen.

Durch die Verzögerung rückten in der Folge die einzelnen Gruppen zu dicht auf und die jungen, ungestümen Hengste veranstalteten ein kleines Durcheinander. Es konnte nicht verhindert werden, dass einige Pferde die Flucht ergriffen. Sollte nicht auch noch die restliche Herde dem Chaos verfallen, musste schnell etwas passieren. Daher ließ ein amerikanischer Oberleutnant kurzerhand einen Panzerspähwagen vorfahren und die Kanone auf das Zollhaus richten. Urplötzlich gingen die Schranken nun auf und die Pferde konnten endlich die Grenze passieren.

In Bayern angelangt wurden die 500 Pferde auf diverse Ortschaften und Höfe verteilt. Im Laufe der Zeit fanden sich fast alle Lipizzaner wieder in ihrer alten Heimat ein, die Amerikaner behielten größzügigerweise nur wenige Exemplare. Die Spur der Kabardiner verliert sich hier leider. Laut Dr. Lessing verblieb ein Teil der Kabardiner in Hessen, wo sie als Serumpferde dienten und ein angenehmes Leben führten. Sicher sind auch einige in der der Landwirtschaft, auf Höfen und damit in der Landzucht gelandet.

So trugen auch die kleinen kaukasischen Kabardiner ihren Teil zur Rettung einer der berühmtesten Pferderassen der Welt bei. 


Für Karin und mich  war die freundliche Aufnahme bei Herrn Dr. Lessing etwas ganz Besonderes. Die Begegnung mit einer historisch so bedeutenden Person war uns nicht nur eine grosse Ehre, sondern auch eine persönliche Bereicherung. Für das Folgejahr war dann ein weiteres Treffen geplant. Dr. Lessing wollte nach München kommen um bei der Pferde der Welt in München als Richter der Zuchtschau zu fungieren. Damals war Tobias Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes und freute sich besonders über diese Möglichkeit. Leider erreichte uns kurz vorher die überraschende Nachricht zum Tode von Herrn Dr. Rudolf Lessing. Hier noch die Nachrufe zu Herrn Dr. Lessing die Karin und ich damals verfassten sowie von Dietbert Arnold einem langjährigen Freund von Dr.Lessing der mir den Text ebenfalls zur Veröffentlichung damals zugesendet hat.


Nachruf auf Herrn Dr. Rudolf Lessing - verstorben Pfingsten 2002

Vor einigen Tagen ereilte uns die überaus traurige Nachricht, dass Dr. Rudolf Lessing (siehe artikel "Kabardiner und die Rettung der Lipizzaner") plötzlich verstorben ist.
Einige von Euch wissen vielleicht, dass er sich - trotz seines hohen Alters - bereit erklärt hatte, am 27./28. Juli in München Riem als Zuchtrichter einzuspringen für die Rassen Kabardiner und Lipizzaner.
Mit seinem Tod verlieren wir nicht nur einen anerkannten, versierten Pferdefachmann. Selten habe ich einen Menschen kennen gelernt, der einen derart starken Eindruck bei mir hinterließ.
Sein Mut, seine Erfahrung, sein mit 85 Jahren ungebremster Unternehmungsgeist werden mir immer ein Vorbild sein. Karin Stadtherr 

Ich möchte noch anmerken, dass es auch mir eine große Ehre war Herrn Dr. Rudolf Lessing persönlich kennen gelernt zu haben. Er nahm Kontakt zu mir auf, weil er mir unbedingt etwas über Kabardiner erzählen wollte (siehe artikel "Kabardiner und die Rettung der Lipizzaner"). Allein dieser Besuch hinterließ auch bei mir einen bleibenden Eindruck. Als ich ihn Anfang des Jahres fragte, ob er als Richter der Kabardiner für den bayrischen Zuchtverband tätig sein wolle, war er gerade aus Gran Canaria zurück, hat mir von dem wunderbaren Urlaub und schelmisch von den vielen hübschen Damen dort erzählt und war rundum zufrieden. Ich bin mir sicher er hatte ein erfülltes, langes und glückliches Leben, es war mir eine Ehre in kennen gelernt zu haben und ich werde ihn nicht vergessen. Tobias Knoll


Trauer um einen großen Hippologen: Dr. Rudolf Lessing verstorben

Im Alter von 85 Jahren verstarb an Pfingsten der Tierarzt Dr. Rudolf Lessing. Er war das, was man als großen Pferdemann, eben einen Hippologen bezeichnet. Weltweite Berühmtheit erlangte der junge Veterinäroffizier Lessing, als er in den letzten Kriegstagen, entgegen seinen Befehlen, in einer handstreichartigen Aktion dafür sorgte, dass die im tschechischen Hostau zusammengezogene Lipizzanerzucht gerettet werden konnte. So ganz nebenher wurde dabei auch noch verhindert, dass 12.000 Soldaten in russische Kriegsgefangenschaft gerieten. "Ich war zufällig zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle und es war eben ein unerhörter Glücksfall, dass die Amerikaner auch noch Pferdefreunde waren" beschrieb Dr. Lessing in seiner ihm eigenen Bescheidenheit immer wieder diese Situation. Gleich nach dem Kriege, als alle nur daran dachten, satt zu werden, gründete Dr. Lessing in Schwanewede bei Bremen den Reitverein Rosenberg wieder neu und sorgte schon bald dafür, dass dort die erste Reithalle weit und breit entstand. Ähnlich visionär auch seine damaligen Vorstellungen zur Pferdezucht: Die schweren bäuerlichen Pferde mit Vollblütern veredeln. Sofort setzte sich Dr. Lessing 1947 mit dem Celler Landstallmeister Steinkopff zusammen und sorgte dafür, dass der von zahlreiche Derbysiegern abstammende Graditzer Vollblüter Adlerschild xx in Uthlede aufgestellt wurde. "Je Ideoten, de Fohlens de holt us de Kreien von de Weide" urteilten damals viele Bauern der Umgebung. "Man muss im ganzen Leben eben seinen eigenen, gradlinigen Weg gehen", war Dr. Lessings Kommentar zu dieser Geschichte. Diese Haltung hat er immer beibehalten und war auch deshalb als Tierarzt, Richter, Vereinsvorsitzender, Mitglied der Rennleitung beim Bremer Rennverein sowie Lehrer bei den Fachklassen für Pferdewirten in Bremen so beliebt. Anfangs unterrichtete er den Berufsnachwuchs noch ehrenamtlich und sorgte dann noch dafür, dass sein Nachfolger auch ja gut eingearbeitet wurde. Auch wieder ehrenamtlich! Zu den Fachklassen für Pferdewirten hielt Dr. Lessing bis zum Tode einen engen Kontakt, begleitete sie zu Exkursionen, stiftete Preise für Auszubildendenrennen, begeisterte immer wieder die vielen ausländischen Besucher der Bremer Berufsschule und war dort einfach ein gern gesehener Gast und wertvoller Ratgeber. Dr. Lessings Lebensleistung wurde durch zahlreiche Ehrenmitgliedschaften und Auszeichnungen gewürdigt. Besonders stolz war Dr. Lessing über das goldene Reiterkreuz, dass ihm von der FN verliehen wurde. Stilvoll während einer Lipizzanergala in der Stadthalle Bremen. Das anschließende herzliche Zusammensein mit "seinen" Lipizzanern und den Reitern der Spanischen Reitschule war ihm bald noch wichtiger.
Dietbert Arnold

 

Was fressen Pferde, wenn sie nicht auf einer Koppel eingezäunt sind?
Diese Frage bewegte mich in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts
Und wo gibt es Pferde, die noch als Herde gehalten werden, in freier Natur?
In Island, ja. In USA, in England und auch in den Alpen. Aber wo noch?
Ende der 80er Jahre fiel mir ein Buch über russische Geschichte in die Hände, in dem beschrieben stand, wie Herden, die sich ansonsten ganz natürlich bewegen können, mit berittenen Hirten gehütet werden.
Daraufhin unternahm ich 1987 eine Gestüts-Besichtigungsreise durch die UdSSR. Später kam mir zu Ohren, dass es die Möglichkeit gebe, in der Gegend des - mir nun schon bekannten - Stavropol, im Kaukasus, einen Ritt zu unternehmen. Gleich stand der Entschluss fest, mitzureiten. Es war die Gelegenheit, die Pferde zu beobachten in ihrem Verhalten, in der Herde wie zu den Menschen und zudem festzustellen, was sie fressen, welche Pflanzen sie aufnehmen. So fand ich mich dann im Frühsommer 1989 in einer Gruppe von sieben Deutschen und drei Schweizern wieder, die, etwas aufgeregt, das Abenteuer "Reiten im Kaukasus" erwarteten.

Vom Flughafen ging es weiter nach Pjatigorsk (5-Berge). Dort wurden wir mit großer Aufmerksamkeit empfangen. Und weil wir die ersten Reiter waren, gab es noch keine Erfahrung, erst recht keine Routine aber um so mehr Bemühen, es uns recht zu machen. Die Besichtigung des Gestütes Malo Karachai, von wo aus später der Ritt gestartet wurde, eröffnete das Pferdeprogramm. Dort konnten schon einige Pferde im Paddock ausprobiert werden, nämlich Karachaier mit einem Stockmaß von 1,50 m bis 1,60 m, aufgewachsen in den Höhen um 2000 m. Diese Pferde traten auch bei steinigen Strecken fast nicht auf lose Steine, fanden im sumpfigen Gelände festen Boden. Sie gingen sicher durch Wasserläufe und an Abgründen vorbei, während manche von uns sicherheitshalber lieber die Augen schlossen.

Sie liebten die kleine Klette. Auf dem Ritt, bei einer ersten Pause, steckten die Pferde dann auch sofort den Kopf in das Gras, d. h. zu meinem Erstaunen drängten sie vor allem zu den großen Blättern der kleinen Klette, die and dem Platz reichlich wuchs. Ich wusste zwar, dass Klette ein gutes heilmittel bei bestimmten Hautproblemen ist, aber dass die Pferde das auch so genau wussten... . Nun, offene Satteldruckstellen hatte ich wohl schon beim Sattelaustausch gesehen. 
Weiter ging es, immer noch bergauf. Ich war froh, dass mein Pferd seinen Weg allein ging, denn so konnte ich meine volle Aufmerksamkeit auf die Pflanzenwelt richten, die mich in Erstaunen versetzte; nicht nur wegen der Reichhaltigkeit der Arten, sondern auch wegen der Größe einzelner Blüten im Vergleich zur Alpenflora in gleicher Höhe. Von Zeit zu Zeit wurden wir begleitet von Hirten, die auf den Höhen ihren Dienst taten. Sie sprachen einen Gruß, mal ein paar kurze Worte zu unseren Führer, um dann wieder zu ihren Herden zurückzukehren, die auf den uns umgebenen riesigen Grasflächen des Hochplateaus wie auf weichen, überdicken Teppichen weideten; bis zum Horizont, in unendlicher Weite. Und in der Ferne wurde auch nach und nach erkennbar: die weiße Mütze des Elbus. Im strahlend blauen Firmament ein überwältigender Anblick!


Über 60 Sorten Pflanzen bestimmt!
Aber nun zurück zu den Pflanzen: von allen machte ich Fotos. Insgesamt hatte ich bis zum Ende des Aufenthaltes dort über sechzig verschiedene Blütenpflanzen bestimmt. Und das allein in der direkten Nähe unserer Datscha, auf einer Fläche, nicht viel größer als ein Dressurviereck! Mehr als vierzig weitere Pflanzen fand ich noch während des Rittes und der Ausflüge. Besonders prächtig ins Auge fielen der großblütige Ziest, Alpenaster, Alant, gelbe Lilie, Rittersporn, Eisenhut, Engelwurz, Beinwell, Sonnenwurz, große Bibernelle, hier in der Höhe rosa blühend, Sonnenröschen, Glockblumen, Ehrenpreis, platanenblättriger Hahnenfuß und Nachtviole. Ging es so steil hoch, so dass wir zu Fuß gehen mussten, fand ich Enzian, Primeln, Silberwurz, Mauerpfeffer, Veilchen und eine Braunwurzart, die ich noch nie gesehen hatte.
Auch das Fressverhalten der Pferde erstaunte mich. So kam ich beispielsweise abends an unseren Weideplatz - diesmal wollte ich die Pferde fotografieren - und sah, dass von den ganzen Pflanzen, die dort bei unserer Ankunft blühten, nur noch die Orchideen und weißer Germer zu finden waren, Gras gab es wohl noch genug, aber die Pferde waren trotz ihrer Fußfesseln über den Bach weit den Hang hinauf zu den Blüten geklettert.


Für den Notfall Tierärzte vorhanden
Viel könnte noch berichtet werden, allein von der Freundlichkeit der Bevölkerung. So hatte mir Asret, unser Führer, mit Hilfe des Dolmetschers erklärt, dass sich die Hirten bei Krankheiten meistens selbst zu helfen wissen. Für ernstere Fälle gibt es im Gestüt Tierärzte. Zur Fütterung erhielt ich die Angaben, dass Hafer oder Fertigfutter (Pellets) gegeben werden, dazu Mineralfutter, welches nach der Untersuchung der Tiere gezielt zusammengestellt wird. (dies deckte sich mit der Aussage im Gestüt Budjonny 1987. Damals hieß es noch, man habe die Notwendigkeit von Mineralfutter erkannt, habe aber nicht genug Mittel um alle Gestüte ausreichend zu versorgen). Soweit Asrets Auskünfte.


Die Reise durften wir mit einem Besuch auf dem Gestüt Stavropol beenden, wo der mir noch bekannte Gestütsleiter Alexander Klimek zu meiner Freude die Stutenherde herantreiben ließ. Und plötzlich spürte ich, wie eine der Stuten ihren Kopf auf meine Schultern gelegt hatte und ihren waren Atem aus weit offenen Nüstern an mein Ohr blies........

Wednesday, 16 January 2019 14:46

Distanzerfolge 2018

In 2018 waren wieder einige Pferde im Distanzsport erfolgreich dabei. Darunter auch 3 Pferde in Deutschland, die auch auf langen Distanzritten glänzen konnten:

Edils Evolution (Anglokabardiner, geboren 2008 auf dem Kabardinergestüt Gruselsberg, geboren von Edil aus der Temsa) im Besitz von Archie Deneke
- Renesse (Germany) 40km 3.Platz und Best Condition
- Neu Lübtheen (Germany) 80+40km (2 Tagesritt) 1.Platz
- Nordsee (Germany) 81km 1.Platz
- Rennsteig (Germany) 80+60km (2 Tagesritt) 1.Platz
- Wimmenau (France) CEI** 130km 9.Platz
- Madine (France) CEI** 120km 32.Platz
 
Terek (geboren in Russland, im Besitz von Archie Deneke) - auch auf dem Bild dieses Artikels
- Klosterritt 48km 7.Platz
- Rennsteig 80+60km (2 Tagesritt) 1.Platz (mit Evo gemeinsam) und Best Condition
- Heidedistanz 83km 6.Platz
- Klosterrit August 48km 11.Platz
- Maaswald 42km 1.Platz
 
Achat im besitz von Ophelia Leuze (Hengst auch im Deckeinsatz, Sohn der Stute Adygea (ebenfalls erfolgreiche Ex-Distanzstute des Kabardinergestütes Gruselsberg)) 
- Zabelstein 92km 3.Platz
- Kabardinerdistanz spring 56km 2.Platz
- Kabardinerdistanz autumn 122km (2Tagesritt 82+40) 1.Platz
- Buch 90km 3.Platz
- Sieger im Bayerncup 2018 (Wertung über alle bayerischen Ritte)
Wednesday, 16 January 2019 10:31

Forschungsbericht über Kabardiner Pferde

Im Rahmen des vom Vereins initiierten Volkswagen-Projektes zwischen der HUB Berlin und der KBSU Nalchik wurde ein weiterer Forschungsbericht veröffentlicht:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5806666/

Viel Spaß beim Lesen!

Die Zuchtplanung für 2019 läuft ja bei den Meißten bereits. Wer sich noch nicht entschieden hat, dem kann hier etwas geholfen werden. Aktuell stehen in Deutschland 3 bei Zuchtverbänden eingetragene Deckhengste zur Verfügung: Husar, Achat und Echnaton. Alle 3 Hengste stehen im Bayerischen Wald. Achat bei Familie Leuze in Zenting - Daxstein und Husar und Echnaton auf dem Kabardinergestüt Gruselsberg ebenfalls in Zenting. Details zu ihnen finden sich auf den entsprechenden Seiten. 

Für Interessierte von weiter weg ist noch wichtig, dass seit 2018 auch Tiefgefriersperma zur Verfügung steht - und zwar von dem Hengst Echnaton. Dieses kann europweit auf Anfrage versandt werden.

Darüber hinaus stehen noch 2 weitere Hengste bei Sigi Stubenrauch in der Nähe des Bodensees: Edils Echo (Sohn von Edil, aus der Temsa) und Kirosh (Hengst aus Russland) . Beide sind zwar aktuell nicht eingetragen, aber bei Interesse ist dies sicherlich auch kurzfristig lösbar.

 

 

Wednesday, 16 January 2019 13:39

Reiten auf Kabardinern in Georgien

Reittour durch die hintersten und höchsten und wildestens Ecken Georgiens - im Kaukasus - ganz nah an der Grenze zu Russland und nah an Kabardino-Balkarien (wo die meisten unserer Kabardiner herkommen). Geritten wird natürlich (zum Großteil) auf Kabardiner Pferden. Der Chef vor Ort ist Dato Jalabauri und ein Freund von uns, der bereits seit Jahren Reittouren für Gäste aus Europa veranstaltet und das an einem der beeindruckendsten Flecken Georgiens.

Start und Wohnort ist Schatili - eine uralte Wehranlage, die dem Herrn der Ringe entliehen sein könnte. Von hier aus starten entweder Tagestouren (für die, die erst mal die Region und die Anstrengungen kennen lernen wollen) oder eine Wochentour (für Hartgesottene, die noch mehr vom Kaukasus sehen wollen).

Der Kabardinerverein unterstützt Dato und seine Pferde in Form von Lernpraktikas in Deutschland (im Winter 2017/18 hat er Reit und Ausbildungstrainings genossen, sowie Hufschmiedtraining bekommen) und auch finanziell um die Situation der Pferde vor Ort einfacher und besser zu gestalten - sowohl im Sommer auf und um die Ritte, als auch gerade im Winter. Der Verein bekommt aber keinen finanziellen Rückfluss, sondern dies erfolgt weil wir hier eine Möglichkeit sehen für interessierte Reiter auch mal "einfach"auf Kabardiner den Kaukasus zu genießen und weil Dato ein solides und bewährtes Projekt selbst auf die Beine gestellt hat, das es lohnt zu unterstützen.

Einen ganz tollen Reisebericht von einer dieser Reisen findet Ihr hier: http://georgien2018.blogspot.com/ von Sandra Steppat (vielen Dank - auch für die Fotos!)

Wednesday, 16 January 2019 13:26

Termine 2019

Schon sind 2 Wochen um und es wird Zeit für die Jahresplanung. Hier die wichtigsten Termine für 2019:

  • Kabardinerfest am 29./30. Juni - diesmal wieder am Gruselsberg, wie immer mit tollem Programm und als speziellem Event Vortrag und Praxis zu selektiver Entwurmung. Mehr Detaisl mti der Einladung zum Fest.
  • Kabardinerdistanz am 14./15. September - die genauen Strecken haben wir noch nicht, aber sehr wahrscheinlich 40, 60, 80 und 2 MTR mit ca. 60 und 120.

Außerdem habe ich vor dieses Jahr noch ein paar "Kabardinerabende" in diversen Regionen zu machen, z.B. hier bei uns, aber auch im Raum Nürnberg - Würzburg - Weiden, oder auch im Münchner Raum. Leider war das noch nicht möglich und aktuell verhindert der massive Schnee noch so einiges an Planung, aber im Februar wird es hoffentlich klappen!

Dann zum Kaukasus und den Pferden von dort. Aktuell sind hier Pläne am Laufen, dass im Früh-Sommer einige Pferde aus dem Kaukasus kommen um hier in Deutschland verkauft zu werden. Wie es mit Reisen in den Nord-Kaukasus aussieht weiß ich nicht genau, aber wer eine Reiterreise buchen will, dem kann geholfen werden. Zum Einen gibt es die Möglichkeit in den Südkaukasus nach Georgien auszuweichen, oder auch eine Reiterreise für Abenteurer (wird etwas anspruchsvoller vom Ablauf) auch im Nordkaukasus zu machen (wobei die auch im Südkaukasus startet!). Wer Interesse hat, kann sich gerne melden, dann wird Kontakt vermittelt.

Thursday, 05 July 2018 12:10

Kabardiner jetzt auf Signal!

Kabardiner werden immer moderner. Auf der letzten Kabardinerversammlung wurde entschieden, dass der Messenger "Signal" der neue Kommunikationsweg zwischen den Kabardinerfreunden sein soll. Diesen Messenger könnt Ihr kostenlos für Euer Handy herunterladen, er ist extrem sicher und die Daten gehören weiter uns - nicht irgendeinem grßen Unternehmen, das nur Profit will und keine ethischen Grundsätze verdient. UND: natürlich macht Signal keine Probleme auf Eurem Smartphone - auch beeinträchtigt es keine anderen Messenger!
Hier findet Ihr Infos: https://signal.org/download/ und auch gleich Links zum Herunterladen.
Wir freuen uns auf viele Gespräche und Diskussionen!

Thursday, 05 July 2018 12:03

Kabardinerdistanz Herbst 2018

Dieses Jahr wollen wir mal ganz Neue Längen-Kombis versuchen und vor Allem die MTR besonders attraktiv gestalten - gerade auch für Einsteiger! So wird es diesmal neben dem großen MTR über 66+56km noch einen kleinen MTR mit 33+28km geben. Dazu dann noch Strecken von 66km und 33km am Samstag sowie 28km am Sonntag. Also ganz viel Flexibilität um für jeden Reiter das Richtige zu finden. Die Ausschreibung findet Ihr (sobald vom VDD gengehmig) hier: https://vdd-aktuell.de/ritt/Kabardinerdistanz-Herbst-2018/

Wir freuen uns auf viele bekannte und neue Gesichter! Bis bald!

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