Die Gebirgskoenige und Distanzcracks aus dem Kaukasus!
Fotos 2007 Mai - beim Springtraining - bloss wer hier wen trainiert ist die Frage ;-) und dann noch auf der Koppel
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Fotos 2006:
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Fotos 2005:
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Ein Kabardiner, was ist denn das!? Alles fing mit meinem Geburtstag an. Meine Eltern schenkten mir eine Woche Algarve (Portugal). Das war im Februar 2003. Im August bin ich dann gemeinsam mit meinen Eltern und meinem Sohn von Köln aus nach Lissabon geflogen. Es war unser erster Flug und natürlich war ich aufgeregt. Zur Ablenkung habe ich mir zwei Zeitschriften gekauft. Eine davon war der Pferdemarkt. Normalerweise eine typische Zeitschrift fürs sporadische Lesen, in der man immer mal wieder reinschaut. Nur dieses Mal habe ich sie mir sehr genau angeguckt. So stieß ich, wir waren fast gelandet, auf das Rasseportrait des Kabardiners.. Eines der Pferde auf den Bildern sah unserem Tana (Araber-Tinker-Mix) sehr ähnlich und ich wurde neugierig und fing an zu lesen. Was ich da las klang faszinierend. Pferde die nicht „durchgehen“, hart und genügsam sind, die menschenbezogen sind und trittsicher und bei all diesen Eigenschaften auch noch interessant aussehen. Was will man mehr?
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Klar, abends musste ich sowieso berichten ob wir gut gelandet sind und bei dieser Gelegenheit habe ich Roderich von den Kabardinern erzählt. Der meinte nur: „Scheint ja eine interessante Rasse zu sein, wenn ihr wieder zuhause seid können wir ja mal im Internet schauen“. Wie gesagt, so getan. Nur das wir kaum was über Kabardiner finden konnten. So habe ich mich per e-Mail an den Verfasser (Tobias Knoll) des Rasseportraits gewandt. Dieser meinte ich sollte mich am besten mal telefonisch bei ihm melden, denn es gebe viel über den Kabardiner zu erzählen, da wäre schreiben doch etwas mühsam.
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Es vergingen mehrere Wochen. Aber keiner konnte sich so recht dazu durchringen bei Tobias anzurufen. Roderich bestritt seinen ersten Distanzritt und gewann mit Tana die Rennschnecke. (Ein netter Ehrenpreis für das langsamste Team. Trotzdem waren Reiter und Pferd glücklich bei der extremen Hitze gesund angekommen zusein. Der Tana ist schon OK, er kann ja nichts dafür, wenn Chefe sich verreitet! Allerdings war das Interesse an einem Pferd mit Distanzpotenzial geboren. So riefen wir dann endlich bei Tobias an. Wie der Zufall es will hatte Tobias gerade 4 Kabardiner aus Russland auf dem Hof. Dies war natürlich ein besonderer Anreiz und es ging auf einmal recht schnell. Bevor ich überhaupt verstanden hab was passierte, waren wir in Parsberg. Eigentlich nur um uns die Pferde mal anzuschauen, Probereiten stand überhaupt nicht zur Debatte.
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Da wir bereits am Vorabend angereist waren, hatten wir bis zu dem vereinbarten Termin jede Menge Zeit. So hatten wir morgens zunächst schon mal unser Ziel gesucht und dabei auch schon mal nach den Kabardinern Ausschau gehalten. Da allerdings jede Menge Pferde auf den Wiesen standen fiel die Zuordnung nicht ganz leicht und wir haben dann erst mal die weitere Umgebung fahrtechnisch erkundet.
Endlich naht der vereinbarte Termin, wir fahren auf den Hof, Sauwetter, strömender Regen und warm war es auch nicht. Zwei vermummte Gestalten kommen uns mit Halftern entgegen, das werden wohl die russischen Betreuer sein, von denen Tobias gesprochen hat. Nach der freundlichen Begrüßung durch Tobias und Karin war zunächst ein kurzer Videobeitrag angesagt, hierbei wurden meine ersten Fragen geklärt, z.B. woher sollen die Pferde die im Gebirge auf Hochweiden stehen Autos und LKW’s kennen. Als ich dann sah wie Ibragim, das war doch eine der vermummten Gestalten von eben, die Pferdeherde mitten über eine Verkehrsstraße mit Fahrzeugen trieb bedurfte dies keiner Frage mehr. Faszinieren war auch der Fohlentransport von Ibragim quer über dem Pferd, mit hochheben und herunterlassen ohne abzusteigen. Inzwischen hatten die russischen Freunde die Pferde von den Wiesen in Boxen gebracht und Karin und Tobias konnten uns die Pferde zeigen. Wir wurden gefragt ob wir die Pferde auch geritten sehen wollten. Natürlich wollten wir. Es wurden jeweils zwei Pferde gesattelt und Roderich gefragt ob er mit oder ohne Sattel reitet, komische Frage, aber natürlich mit Sattel. Irgendwann dämmerte es Roderich, er sollte aufs Pferd, nicht nur ansehen. Gut, das der Grundbestand an Pferdeklamotten inklusive Helm noch im Auto lag.
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Das vierte, fünfte und sechste Pferd in meinem Leben oder die ersten Kabardiner unterm Sattel (Roderich)
Ibragim ritt einen jungen Hengst vor. Ein kurzer Blick und schwuppdiwupp saß ich auf dem ersten Hengst meines noch kurzen Reiterlebens. Eine schnelle Einweisung, die vor zu heftigem Bremsen mit dem Zügel warnte, denn der Hengst war gerade erst angeritten und los ging es im Schritt über den Reitplatz. Es fiel sofort auf welch fleißigen Schritt diese Pferde hatten. Faszinierend war dass die Gangwechsel praktisch nicht zu spüren waren, auch der Trab war genial zum Aussitzen, ein tolles Gefühl. Als zweites durfte ich auf den Wallach, während Ibragim wieder auf den Hengst wechselt. Da die russischen Freunde kein deutsch sprachen übersetzte Karin, mir seine Frage, ob man nicht ein Pferd mal im Gelände reiten solle: “Das ist auch ein ganz lieber, problemlos im Gelände“, wurde von Karin und Tobias erläutert: „Der hat schon Kinder im Kaukasus in die Schule gebracht“, hatte ich aus früheren Erläuterungen noch im Ohr. Auf fremden Pferden ins Gelände, dies war eigentlich aus meiner bisherigen Reitsicht bodenloser Leichtsinn. Das russische Pokerface von Ibragim war undurchdringlich und das Tor des Reitplatzes war schon auf. Na ja, dann mal zu ich kann ja immer noch abspringen wenn’s kritisch wird. Draußen forderte ich zunächst eine kurze Reitanleitung für dieses Pferd von Ibragim. In verschiedenen europäischen Sprachen wurde mir die Einhandreitweise kurz erläutert. Zügel in eine Hand leicht nach vorne es geht los. Hand nach rechts. Hand nach links. Hand nach hinten und leicht zupfen, das ist die Bremse. Dies kam mir als Freizeitreiter natürlich sehr entgegen und so klappte es auch recht gut. Als wir aus dem Ort heraus auf einen Feldweg gelangten und Ibragim’ s fragender Blick und Gestik mir bedeuteten, das nun eine schnellere Gangart angesagt sei. Und los ging’s im Trab, Ibragim vorweg. Und dann hieß es auch schon Galopp, Ibragim signalisierte mir das ich auf dem Weg vorreiten sollte und weiter ging’s und holla, da kam auch schon das erste Hindernis. Ein PKW stand quer über dem Weg hatte sich festgefahren und machte diverse, recht laute Anstalten sich zu befreien, was ihm auch schließlich gelang. Allerdings haben wir das nur noch am Rande miterlebt, mein Wallach stieg mit mir einen kleinen Hang hinauf, immer das Auto im Blickfeld und so umrundeten wir ganz gelassen den Störenfried. Hinter dem Fahrzeug traf ich wieder mit Ibragim zusammen der unterhalb des Fahrzeugs auf eine Wiese ausgewichen war. Und weiter jagten wir im Galopp ich vornweg. Das war schon ein tolles Gefühl, irgendwann sagte mir mein siebter Sinn, glücklicherweise gibt’s ihn noch, das Ibragim irgendwie versuchte mir etwas zu mitzuteilen und dann kamen sie auch schon, Äste genau in Kopfhöhe, schnell abtauchen. Puh, gerade noch geschafft und weiter gings, der Weg endet in einer Wiese aber Ibragim galoppierte weiter und ich hinterher, auf diesem rutschigen Boden hätte ich normalerweise mein Pferd nicht galoppiert, aber die Kabardiner ziehen stoisch ihre Bahn. Nach einer halben Stunde drehen wir um und in den verschiedensten Gangarten geht es zurück. Klasse, das war toll, so schlecht scheine ich ja auch nicht zu reiten, zumindest scheint Ibragim mit mir zufrieden zu sein. Ibragims Kollege nimmt die Pferde in Empfang. Wir schauen uns noch die weiteren Pferde an. Derweil wurden die beiden anderen Kabardiner gesattelt und Ibragim ritt auf dem Platz ein wenig mit Bekir. Für mich stand ein weiterer Hengst bereit. Nachdem das vorher ja so gut geklappt hatte, naß war ich ja sowieso, dachte ich mir den kannst du auf dem Platz ja auch noch kurz reiten, denn wann hat man denn sonst schon mal die Möglichkeit verschiedene Pferde zu reiten. Doch kaum war ich aufgesessen strahlte mich Ibragim auch schon außerhalb des Reitplatzes an. Gestärkt durch meine erste Geländetour ritt ich dann auch mit diesem Hengst ins Gelände. Das war schon ein wenig anders, die Interessenlage des Pferdes waren sämtliche offenen Einfahrten. Er musste am Anfang schon deutlich nachdrücklicher motiviert werden das Ibragim schon deutlich weiter vorne war interessierte den Hengst wenig. Kaum hatten wir die Straße verlassen verfolgten wir den gleichen Weg wie beim ersten Mal. In überwiegend schneller Gangart. Diesmal waren mir die Tücken bekannt und so gelangten wir wohlbehalten wieder zurück.
Die Pferde waren erst seit kurzem unter dem Sattel. Als Roderich auf dem zweiten Pferd saß ging es ins Gelände. Nach einer ¾ Stunde kam er wieder. Er hatte Sternchen in den Augen und mangels russisch zeigte er Ibragim ein Prima mit seinem Daumen. Dann war der nächste dran. Der wurde ohne Probereiten direkt ins Gelände gelenkt. Als die zwei (Ibragim und Roderich) wieder zurückkamen sah ich erst nur Ibragim und hatte schon befürchtet, dass meine bessere Hälfte im Dreck gelandet war. Aber nein, mit etwas Abstand kam auch er um die Hofecke gebogen. Anschließend haben wir uns noch die anderen Pferde von Tobias und Karin angeschaut. Allerdings mehr oder weniger im Schnelldurchgang, da es an diesem Tag ziemlich geregnet hat. In der Küche haben wir noch lange debattiert und abends sind wir zurück ins Hotel. Am nächsten Morgen ging es den wieder nach Hause, in die Eifel, allerdings nicht ohne uns die Kabardiner noch mal aus der Ferne anzuschauen. Es lagen 700 Km vor uns und wir sind davon ausgegangen das wir so schnell nicht wieder in diese Gegend kommen.
Nachdem wir zu Hause waren hat Roderich mehrfach mit Tobias telefoniert und irgendwann meinte er zu mir, „Sollen wir uns das Fohlen kaufen“. Ich hatte nichts dagegen. Ein erwachsenes Pferd kam für uns nicht in Frage da wir den Tana ja schon haben und dieser sich im besten Alter befindet. Roderich wollte von Anfang an selber ein Fohlen großziehen und Micha (die Züchterin von Tana) hat dies auch immer unterstützt. Es wäre ihr natürlich lieber gewesen, wenn es eines ihrer Araberfohlen gewesen wäre. Aber ein Kabardiner ist auch nicht schlecht. So haben wir noch mal bei Tobias und Karin angerufen und gefragt ob sie uns denn den Kleinen verkaufen würden. Es stellte sich heraus, dass es noch zwei weitere Interessenten gab und so hatten wir uns schon damit abgefunden, dass es in der nächsten Zeit nichts mit einem Kabardinerfohlen werden würde.
Am zweiten Weihnachtstag ging das Telefon und der „Weihnachtsmann“ in Form von Tobias war dran. Er meinte er hätte noch ein Geschenk für uns. Wir müssten es nur selber abholen. Das war Mittwoch. Kein Problem, Micha angerufen, ihren Mann ausgeliehen und den Anhänger angehängt. Freitag nach der Arbeit sind wir runter nach Parsberg und Samstagnachmittag stand Edoras bereits bei seinen neuen Kumpels in Lontzen (Belgien).
Außer Edoras haben wir Ten mitgebracht, den wir dann in Leverkusen abgeliefert haben. So haben wir auf zwei Tage 1400 Km gefahren. Nicht schlecht, oder?
Karin und Tobias schienen mir sehr traurig dass wir den Kleinen mitgenommen haben. Der Abschied war dann auch kurz. Nachdem die Pferde verladen waren sind wir sofort losgefahren. Wir haben das Vertragliche am Freitagabend erledigt. Das war ein sehr schöner Abend für den ich mich an dieser Stelle noch mal bedanken möchte. Auch Marcus hat es gut gefallen und wir waren froh ihn dabei zu haben. Die Fahrt nach Hause war problemlos, kein Stau kein Stress mit den Pferden. In Lontzen angekommen wollte Edoras nicht mehr aus dem Anhänger. Roderich, Marcus und Micha, alle hatten ihn auf dem Arm. Wir haben dann den armen Ten etwas eingequetscht damit Edoras sich drehen konnte um den Anhänger mit dem Kopf zuerst zu verlassen. Er stiefelte direkt auf den Auslauf mit den Jährlingen zu, so als ob er bereits wusste wo er hinkommt. Er hat sich sehr diszipliniert verhalten und die „Attacken“ der anderen über sich ergehen lassen.
So geht’s weiter
Mittlerweile zahlt er es den anderen heim und kann sich überall im Auslauf bzw. Stall bewegen. Michaela muss immer wieder beim Füttern schmunzeln, so sieht Edoras es nicht ein das er laut Rangordnung der Letzte ist der das Kraftfutter bekommt. Er läuft hinter ihr her und ist der Meinung, „jetzt aber ich“.
Jeden Abend um dieselbe Zeit steht Edoras am Zaun und wartet auf seinen Menschen und das ist eindeutig Roderich. Wenn ich komme ist das für ihn nicht so spannend. Wir sind glücklich mit unserem Familienzuwachs.
Die ersten Monate
Eingelebt hat sich Edoras problemlos. Inzwischen haben wir auch die Kontaktaufnahme mit Tana arrangiert und auch hier war nach kurzer Zeit auf dem Sandplatz gemeinsames Pylonenspiel angesagt. Inzwischen sind wir bei der Außenarbeit auf der Straße und im Gelände. Es gibt ja schließlich jede Menge Neues zu entdecken.(Fortsetzung folgt).