Lajos
von Igrim
Besitzer: Dieter Berndt

Bericht von 2005:
Im Herbst 2003 suchte ich nach einem jungen
Pferd, da mein Araber Berber Ulan in die Jahre gekommen war (Spat
,Arthrose). Durch einen Bericht über Kabardiner kam ich an deine Adresse und
du gabst mir den Tipp es einmal bei Herrn Erksleben zu versuchter. Ich rief
dort an und er hatte tatsächlich noch einen dreijährigen Wallach stehen. Ich
fuhr am nächsten Wochenende hin und sah ihn mir an: ein kleiner
dunkelbrauner Kerl, misstrauisch ( er ließ sich von mir nicht aufhalftern)
dominant in seiner kleinen Herde, noch überbaut, natürlich wenig Muskulatur,
aber mit einen wunderschönen Kopf.
Am nächsten Wochende holte ich ihn dann ab, das
Verladen war ein Kraftakt, aber als er erst einmal oben war war er sehr
ruhig und völlig entspannt als wir nach ca 4 Stunden ankamen.Ich stellt ihn
sofort zu meinem alten Pferd, das sehr schnell die Rangordnung klärte ,nicht
ohne Gegenwehr von dem Kleinen und die beiden sind seit dieser Zeit die
besten Freunde.
Ich habe ihn dann erst einmal umgetauft, denn
der Name Adonis schien mir nicht ganz passend und ich entschloss mich ihn
Lajos zu nennen.
Nach kurzer Eingewöhnungsphase begann ich ihn an
alles möglich zu gewöhnen, ging viel spazieren, nahm ihn als Handpferd mit,
Sattelgewöhnung usw.
Nach 3 Monaten war es dann soweit, ich setzt
mich drauf und er stiefelte mit mir los.(Schritt). Kurze Zeit später ging
ich mit ihm schon ins Gelände, immer nur im Schritt, nichts passierte und
das machte mich natürlich leichtsinnig. Ich hatte vor, ihn den ganzen Winter
über im Schritt im Gelände zu reiten um Muskulatur aufzubauen, aber es kam
leider anders. Bei einem unserer Ausritte geriet er ins Stolpern, fing an zu
traben und war natürlich mit der plötzlich anderen Bewegung oben auf seinem
Rücken überfordert, fing an zu galoppieren, dies verschlimmerte die ganze
Geschichte noch. Einwirken konnte ich auch nicht das er nur ein leichtes
Lindel trug. Nach dem dritten Haken lag ich unten und was nun das
erstaunliche war, er blieb sofort ruhig stehen. Nun gut , ich biss die Zähne
zusammen stieg wieder auf und es ging weiter. 10 Minuten später flog ein
Fasan vor uns auf, Lajos machte eine Kehrtwendung und galoppierte zurück -
diesmal ohne zu buckeln aber er lief auf eine Straße zu, es war glatt und so
sprang ich ab, denn auf der glatten Straße hätten wir beide die Rechtskurve
nicht unbeschadet überstanden. Wieder blieb er nach meinem , diesmal
freiwilligen Abgang stehen.Ich setzte mich also wieder drauf, aber er war
inzwischen so nervös geworden, daß ich nach 5 Minuten abstieg und ihn nach
Hause führte.
Am nächsten Tag konnte ich meinen Arm kaum noch
bewegen, Kapselriss in der Schulter und damit wurde ich endlich schlau.
Ich gab ihn dann zu einer guten Bekannten, die
ihn dann drei Monate lang ausbildete, sehr begeistert war von seiner
schnellen Auffassungsgabe und Nervenstärke, ich holte ihn dann zurück - das
Verladen hatte er dann auch nach 10 Minuten Trainig begriffen und seitdem
habe ich ein wirklich tolles Pferd.
Ich ritt ihn zunächst einige Monate nur im
Gelände vorwiegend Schritt und Trab wobei ich den Trab etwas bremsen musste,
weil meine Reitfreundin mit ihrer Pasostute im Tölt nicht mitkam und im
Schweinepass dann hinterherdüsen musste, was zu berechtigen Protesten der
Reiterin führte. Im Herbst fing ich dann auf Stoppelfeldern mit Galopparbeit
an, der flache schnelle Galopp von Lajos war nach dem Aufwärtsgalopp meines
Berbers ziemlich gewöhnungsbedürftig. Erstaunlich ist, dass sich dieses
Pferd jederzeit regulieren lässt, er hat noch nie unter mir gebuckelt, ich
kann ihn 2 Wochen stehen lassen reite los und kann ohne Probleme z.B.auf
abgeernteten Feldern losgalopppieren ohne dass er "fröhlich" wird.
Inzwischen habe ich Unterricht genommen, um ihn
auch dressurmäßig etwas weiter zu bringen, auch hier zeigt er sich willig,
gelassen und gelehrig.
Im nächsten Jahr will ich dann mit den ersten
Distanzritten beginnen. Ich möchte auch gerne später mehrtägige Wanderrirre
mit ihm mach, er bietet sich dafür gut an , weil er einen sehr
raumgreifenden Schritt hat.
Lajos steht zusammen mit 4 anderen Pferden in
einem Offenstall, unterteilt in 4 Einzelboxen mit angrenzender Koppel die
das ganze Jahr über betreten werden kann. Er ist im Umgang sehr freundlich,
ist in der Herde die Nr. 2 und spielt und tobt viel mit meinem alten
Wallach. Als Fazit kann man nach zwei Jahren nur sagen: Pferd und Reiter
sind rundum glücklich.
Lieber Tobias ich danke dir noch einmal für
deinen Tipp, über unsere weiteren Aktivitäten wirst du natürlich weiterhin
unterrichtet, wenn du vielleicht Adressen von Kabardinerbesitzern hast, die
bei mir in der Nähe wohnen würde ich mich darüber freuen, mann könnte sich
dann einmal persönlich treffen und Erfahrungen austauschen, der Weg nach
Bayern ist für mich etwas weit. Viele Grüeß und ein gutes neues Jahr
Dieter und Lajos
