Die Gebirgskoenige und Distanzcracks aus dem Kaukasus!
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Fotos im Training 2004 | more to come ... |
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Oktober 2003: Sheraz hat einen neuen Besitzer gefunden: Catja Simon. Catja hat auch bereits einen Bericht über Ihre Erlebnisse mit ihn geschrieben, den Ihr hier findet:
Alles begann eigentlich bei der Deutschen Meisterschaft im Distanzreiten in Bierstein. Nachdem Mongol leider ausgeschieden war, wir zusammen saßen und versuchten unsere gesamten Vorräte zu vertilgen ...
Nach einiger Zeit war es Karin die meinte: "Ich möchte dieses Jahr auf einer kleineren Distanz meinen Mongol mal selber reiten; aber ich möchte nicht alleine reiten. Machen wir doch ein Distanzteam mit Kabardinern. Johannes, du reitest mit deinem Adygesch und Catja, dann reitest du den Sheraz."
Dieses Vorhaben fand sofort große Begeisterung bei allen Anwesenden, außer mir.
SHERAZ, dass war doch dieses russische Pferd auf der Koppel von Karin und Tobi, dass sich schon ein paar Reitern vehement widersetzt hatte und der sich von Menschen nur ungern einfangen ließ! Kein Wunder also, dass ich nicht gerade Luftsprünge vor Begeisterung machte. Dann dachte ich sag doch einfach ja; bis übermorgen ist diese Idee bestimmt eh vergessen.
Als ich jedoch zwei Tage später auf einen kleinen Zwischenstopp zu Karin und Tobi auf den Hof kam wurde ich direkt mit den Worten: "Super du bist direkt da zu deinem ersten Trainingstag!" empfangen.
So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Aber dann wurde ich von dem Enthusiasmus der anderen angesteckt und meine Neugier begann zu wachsen.
Also begab ich mich mit Karin zur Koppel. Natürlich war Sheraz von unserem Plan nicht ganz so begeistert, so dass er direkt davon jagte als er mich sah. Da ihm aber Karin schon länger vertraut war, hatte sie ihn bald eingefangen.
Beim Putzen stand er dann schon ein wenig entspannter da; es schien ihm zu gefallen. Man durfte ihn bloß nicht ansehen oder gar in die Nähe seines Kopfes kommen.
Die erste Reitstunde in der Bahn war für mich unglaublich. Wahnsinn was dieses Pferd für ein Tempo allein im Schritt drauf hatte, geschweige denn im Trab! Aber obwohl ich kein erfahrener Reiter bin fühlte ich mich nicht unwohl in der ersten Stunde und auch Sheraz entspannt sich immer mehr.
Ab da kam ich dreimal die Woche um mit Sheraz vertrauter zu werden. Diese Tage begannen immer damit, dass ich vorging um Sheraz einzufangen und Karin schließlich nach ca. einer halben Stunde kam um ihn direkt einzufangen. Das war manchmal ganz schön deprimierend! Man rennt hinter diesem Pferd auf der Koppel her und dieses denkt nicht im geringsten daran einen näher kommen zu lassen.
Aber irgendwann kam der Tag X. Karin ließ mir wieder eine halbe Stunde Vorsprung; wie sie immer so nett sagte. An diesem Tag war Sheraz aber in super Laune und ließ sich sofort von mir einfangen. Als ich dann zurück auf den Hof mit Pferd kam, rissen Karin und Tobi das Fenster auf und fragten ganz erstaunt was denn jetzt los wäre?
Nach diesem Tag war das Eis, trotzt ein paar Rückschläge, zwischen Sheraz und mir endgültig gebrochen.
Die ersten Wochen war ich mit Sheraz im Gelände nur spazieren, also nur Schritt. Langsam fing ich an ihm langsamen Trab zu erlauben. Wir hatten ja Zeit und heute merke ich daß besonders diese langsame Gewöhnungsphase goldwert war.
Dann fing Karin an mir Trainingsstrecken zu zeigen von 10 bzw. 20 km. Auch diese Stufe bewältigten Sheraz und ich gemeinsam. Langsam wuchsen wir zu einem Team zusammen. Sheraz schien immer mehr Spaß an unseren Ausritten zu haben, seine Kondition verbesserte sich zusehends und ich fühlte mich immer wohler mit ihm. Sheraz wurde immer zutraulicher; ich durfte ihn am Kopf anfassen.
Nie werde ich den Tag vergessen, als er das erste mal anfing zu böllern, als ich nach dem Ausritt mit einem Eimer Hafer kam.
Drei Wochen vor dem Ritt fing ich an täglich mit Sheraz zu trainieren. Diese täglichen Besuche und Ausritte haben uns dann endgültig fest verbunden.
Dann kam der große Tag an dem wir an dem Einführungsritt „Rund um`s Mindeltal“ in der Nähe von Augsburg teilnehmen sollten. Leider hatte es Johannes aus beruflichen Gründen nicht geschafft zu trainieren und Karin konnte aus persönlichen Gründen nicht mitreiten.
Was soll ich sagen unser erster Ritt war ein voller Erfolg. Nicht nur, dass wir ins Ziel gekommen sind, sondern sogar noch mit einer super Zeit. Sheraz musste ich immer bremsen, wenn es nach ihm gegangen wäre wären wir noch schneller gewesen. Jedoch hat er sich im Laufe des Rittes immer mehr beruhigt und die Pulswerte wurden mit jedem Gate besser. Ins Ziel sind wir dann sogar mit Puls 60 eingelaufen!!!
Mittlerweile sind Sheraz und ich in die Winterpause gegangen, aber ihr könnt sicher sein, dass wir nächstes Jahr öfters zu sehen sind!
Wenn ich mir heute Sheraz anschaue, dann kann ich mir kaum noch vorstellen, wie es zu Anfang mit ihm war. Seit einiger Zeit fängt er an schon Richtung Koppeltor zu laufen, wenn ich komme. Auch darf man ihm mittlerweile in die Augen schauen; sogar manch Fremder!!
Das putzen genießt er nach wie vor und ist für jede kleine Aufmerksamkeit dankbar. Wenn ich mich bewege registriert er jede Bewegung und verfolgt mich mittlerweile mit seinem Kopf, er ist viel interessierter geworden an dem, was um ihn herum geschieht und kaum etwas bringt ihn aus der Ruhe. Wenn wir ausreiten, scheint er meine Gedanken lesen zu können. Sobald ich mich für eine Richtung entschieden habe ist ihm das längst bekannt und er geht den Weg, an den ich gedacht habe!
Also da bleibt mir nur noch übrig Danke zu sagen.
Zuerst Danke an Karin und Tobi. Danke für euer Vertrauen in meine „Reitkunst“ und für eure anfängliche Hartnäckigkeit und Glauben an diese Sache. Denn ohne euren Glauben hätte ich mir das nie selber zugetraut! Und ich hätte nie die Chance gehabt diese tollen Erfahrungen mit Sheraz machen zu dürfen! Außerdem wäre ich heute kein glücklicher Pferdebesitzer! Vielen Dank euch beiden!!!!
Aber natürlich gilt mein besondere Dank Sheraz, der mir all meine nicht perfekten Reitkünste verzeiht und der mir erlaubt hat seine Freundschaft besitzen zu dürfen!
Danke SHERAZ!
Hier noch - der Vollständigkeit halber - ein paar Daten:
7.Platz bei der russischen Meisterschaft im Distanzreiten über 145km 2002.
jüngerer Vollbruder zu Karo
Rasse: Kabardiner ohne Vollblutanteil
geboren: 1993
Größe: 1,54 m